Schiffscronik und technische Details



(Alexander von Humboldt 802 x 768 Pixel)Alexander von Humboldt.
Dreimastbark aus Deutschland. Eigner: Deutsche Stiftung Sail Training Association Germany (STAG) in Bremerhaven. Baujahr 1906, Umbau 1988. 830 t Wasserverdrängung. Länge 210 Fuß, Masthöhe 100, Breite 26,5 , Tiefgang 16,5. Segelfläche 1010 qm an 25 Segeln. Material: Stahl. Rumpffarbe grün. 18köpfige Stammbesatzung, 40 Trainees.
Die Alexander von Humboldt ist nach der Gorch Fock das zweitgrößte Segelschiff von Deutschland. Sie wurde konstruiert von dem renommierten Schiffbauer Friedrich Middendorf, Direktor des Germanischen Lloyd, nach dem Vorbild der schnell segelnden Bark Fürst Bismark. Sie wurde allerdings als Feuerschiff gebaut auf der Werft AG Weser in Bremen und lief 1906 vom Stapel. Der Windjammerrumpf machte die damalige Reserve Sonderburg zu einem idealen Schiff in schwerster See. Das Schiff, später in Reserve Holtenau umbenannt, diente als Reserveboot für Feuerschiffe, die überholt werden mußten. Sie lag vor Fehmarn und Rügen, vor der baltischen Küste und in der Nordsee.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag das in Kiel umgetaufte Schiff mit festem Platz vor der Einfahrt zur Kieler Bucht und zum Nord-Ostsee-Kanal. 1957 wurde das Feuerschiff schwer gerammt und konnte nach gründlicher Reparatur erst zwei Jahre später wieder seine Position einnehmen. Als 1967 der feste Leuchtturm Kiel eingerichtet wurde, begann für die Kiel wieder das Wanderleben als Feuerschiff auf der Elbe, der Weser und vor Borkumriff und anderen Positionen in der Deutschen Bucht. Am 21.Mai 1986 machte die Kiel einem automatischen Feuerschiff ohne Besatzung Platz und wurde außer Dienst gestellt. Am 30.September 1986 wurde das Schiff von der STAG übernommen.
Die STA war 1956 in London gegründet worden mit dem Ziel, die damals auf der Welt noch vorhandenen Tiefwassersegler in Fahrt zu erhalten. Der Bremerhavener Kapitän und Professor Manfred Hövener schaffte es mit Hilfe einiger Sponsoren, das Feuerschiff mit dem idealen Rumpf zu einer Drei-Mast-Bark umzubauen. Die Pläne lieferte der Chefkonstrukteur der Danziger Werft, der berühmte Segelschiffbauer Zygmunt Choren. Die Umrüstung erfolgte bei den Motorenwerken in Bremerhaven. Am 3.Mai 1988 wurden Maschine und Ruderanlage auf der Außenweser getestet, Himmelfahrt wurden erstmalig die Segel gesetzt im Gebiet vor Helgoland. Pfingsten wurde es auf den Namen Alexander von Humboldt getauft nach dem bekannten Naturforscher und Weltreisenden. Kapitän ist heute Rudolf Wittenhagen. Der Segler wird jetzt ausschließlich für Jugendfahrten eingesetzt.




(Großherzogin Elisabeth 1004 x 570 Pixel)Großherzogin Elisabeth
3-Mast-Gaffelschoner aus Deutschland. Eigner: Fachoberschule Seefahrt in Elsfleth. Baujahr 1908. 463 BRT. Länge 217 Fuß, Masthöhe 97, Breite 27, Tiefgang 8,5. Segelfläche 1000 qm an 12 Segeln und 4 Vorsegeln. Material: Stahl. Rumpffarbe weiß. 16köpfige Stammbesatzung, 44 Schüler.
Großherzogin Elisabeth wurde unter dem Namen San Antonio in den Niederlanden von Jan Smit in Ablasserdam gebaut. Seinen heutigen Namen erhielt der Schoner erst 1982 nach dem 1901 gebauten Vollschiff Großherzogin Elisabeth des ehemaligen Deutschen Schulschiff-Vereins. Als erstes Segelschiff erhielt sie anstatt einer Dampfmaschine einen Dieselmotor. 30 Jahre fuhr der Schoner als Frachtschiff zwischen Nord - und Westafrika. In den vierziger Jahren wurde das Schiff abgeriggt und fuhr unter schwedischer Flagge mit Namen Buddi in der Küstenfahrt.
1973 fand Kapitän H.Paschburg das aufgelegte Schiff in einem kleinen schwedischen Hafen. Mit Hilfe Hamburger Reeder und Kaufleute wurde die Ariadne wie sie jetzt hieß, nach Originalplänen umgebaut. Das Schiffsinnere wurde als Privatschiff für Passagierkreuzfahrten eingerichtet. Die Galionsfigur befindet sich heute im Museum von Skillinge in Schweden. Bis 1982 unternahm der Schoner Kreuzfahrten in der Ostsee, im Mittelmeer und in der Karibik. Dann erwarb die Seemannsschule Elsfleth den Dreimaster.




(bulgarische Kaliakra und britische Asgard II 1024 x 768 Pixel)Asgard II (Auf dem geöffneten Bild links)
Brigantine aus Irland. Eigner: Verteidigungsministerium in Dublin. Baujahr 1981 auf der Werft Jack Tyrell in Arklow. 120 t Wasserverdrängung. Länge 108 Fuß, Masthöhe 105, Breite 22, Tiefgang 10. Segelfläche 370 qm. Material: Holz. Rumpffarbe grün. 26köpfige Besatzung.
Asgard a Do, wie das Schiff auf gälisch heißt, wurde ausschließlich für Schulungszwecke entworfen und gebaut. Die Galionsfigur stellt Grainne Mhaol dar, eine Kriegerin des 16.Jahrhunderts aus der irisch-englischen Geschichte.




(Eendracht 881 x 768 Pixel)Eendracht
2 - Mast - Toppsegelschoner aus den Niederlanden. Eigner: Stiftung Het Zeilend Zeeschip, Rotterdam. Baujahr 1974. Länge 127 Fuß, Masthöhe 116, Breite 27, Tiefgang 12. 175 BRT. Segelfläche 630 qm an 8 Segeln. Material: Stahl. Rumpffarbe blau. 11köpfige Stammbesatzung, 26 Schüler.
Die Eendracht segelt im Sommer als Schulschiff für Jugendliche in den westeuropäischen Gewässern und im Winter im Mittelmeer. Bei vielen STA - Regatten hat der Schoner seine guten Segeleigenschaften bewiesen. Während der Sail 80 in Amsterdam war die Eendracht Flaggschiff der Parade. Neben der Urania einziges größeres Schulschiff der Niederlande.




(Iskra 485 x 768 Pixel)Iskra
Barkentine aus Polen. Eigner: Polnische Marine - Akademie in Gdynia. Baujahr 1982 in Stocczni Gdanskiej. 381 t Wasserverdrängung. Länge 159 Fuß, Masthöhe 97, Breite 26,5, Tiefgang 10,5. Segelfläche 1035 qm. Material: Stahl. Rumpffarbe weiß. 13köpfige Stammbesatzung, 44 Kadetten. Schwesterschiff Pogorias und Kaliakra.




(Kruzenshtern 591 x 768 Pixel)Krusenstern
Viermastbark aus der Sowjetunion. Eigner: Ministerium für Fischwirtschaft, Moskau. Baujahr 1926. 3545 BRT. Länge 383 Fuß, Masthöhe 176, Breite 46, Tiefgang 23. Segelfläche 3400 qm. 34 Segel. Material: Stahl. Rumpffarbe schwarzweiß. 64köpfige Stammbesatzung und 164 Schüler.
Als letzte frachtfahrende Viermastbark überhaupt wurde 1926 die Padua, heute Kruzenshtern, im Auftrag der Hamburger Reederei F. Laeisz auf der Werft J.C.Tecklenborg in Wesermünde gebaut.Viermastbarken von rund 3000 BRT waren damals die rentabelsten Frachtsegler. Die Padua fuhr in der Salpeter-Fahrt zwischen Chile und Deutschland und holte später auch Weizen aus Australien. Besondere Ballasttanks waren nicht eingebaut. Im zellenartig unterteilten Zwischenboden ist Raum für über 400 t Balastwasser. Laeisz hatte die Bark von Anfang an als kombiniertes Fracht-Schulschiff einrichten lassen. Damals gab es 40 Schiffsjungen an Bord.
Bei der Jungfernreise von Hamburg nach Talcahuano in Chile brauchte die Padua 87 Tage. Die Rekordreise führte 1933/34 von Hamburg nach Port Lincoln in Südaustralien in 67 Tagen. Die letzte große Reise trat die Padua am 15. Oktober 1938 von Bremen aus an und erreichte über Valparaiso am 8. März 1939 Port Lincoln. Mit einer Ladung Weizen versegelte sie am 3. April und lief nach 93 Tagen am 8. Juli in den Clyde ein.
Bei Kriegsende lag das Schiff in Flensburg. 1946 kam es nach Swinemünde und wurde dort an Russland ausgeliefert. Nach dem berühmten russischen Seemann und Forscher Adam Johann Ritter v. Krusenstern (1770 bis 1846) bekam die Bark ihren neuen Namen. Sie ist seit Jahren oft gesehener Gast in vielen Häfen der Welt. Sie wird mit ihren gewaltigen Dimensionen immer ein Hauptanziehungspunkt sein, wenn sich Großsegler irgendwo ein Stelldichein geben.




(Mir 1000 x 572 Pixel)Mir
Vollschiff aus der Sowjetunion. Eigner: Marine-Hochschule in Leningrad. Baujahr 1987, Danziger Schiffswerft. 2385 BRT. Länge 364 Fuß, Masthöhe 156, Breite 46, Tiefgang 21. Segelfläche 2936 qm. Material: Stahl. Rumpffarbe weiß. 50köpfige Stammbesatzung und 144 Kadetten.




(Sedov 855 x 534 Pixel)Sedov
Viermastbark aus Russland. Eigner: Ministerium für Fischerei, Moskau. Heimathafen Riga. Baujahr 1921. 3476 BRT. Länge 400 Fuß, Masthöhe 187, Breite 47,9, Tiefgang 22. Material: Stahl. Rumpffarbe weiß. 221köpfige Besatzung, davon 156 Schüler.
Die Sedov ist das größte Segelschiff der Welt. Es dient als Schulschiff der Ausbildung des seemännischem Nachwuchses.
Gebaut wurde die Bark 1921 auf der Germania-Werft in Kiel für die Bremer Reederei F.A. Vinnen. Als frachtfahrendes Schulschiff lief sie unter dem Namen Magdalena Vinnen. Wie die meisten der damaligen Viermastbarken fuhr die Magdalene Vinnen in den zwanziger Jahren vor allem in der Salpeterfahrt nach Südamerika. Als das Verfahren entwickelt wurde, Stickstoff synthetisch zu binden und Europa keinen Salpeter mehr brauchte, wurde der Segler nach Australien geschickt, um Weizen zu holen. 1936 wurde der Viermaster an den Norddeutschen Lloyd nach Bremen verkauft und bekam den Namen Kommodore Johnsen und fuhr jetzt bis zum Zweiten Weltkrieg nur noch Weizen.
!937 verrutschte die Weizenladung bei einem Sturm, und das Schiff drohte zu sinken. Der Mannschaft gelang es aber im letzten Augenblick, die Ladung zu trimmen und das Schiff wieder in eine stabile Lage zu bringen. Während des Krieges fuhr die Kommodore Johnsen in der Ostsee. 1945 wurde die Bark nach Hamburg gebracht und von den britischen Behörden übernommen. 1949 wurde sie von den Russen übernommen. So lag das Schiff 1950 noch in Swinemünde. Dann war lange unbekannt, was aus dem Schiff geworden war. 1964 wurde die Viermastbark unter dem Namen Sedov im Hafen von Kronstadt bei Leningrad gesehen. Im gleichen Jahr tauchte das Schiff auch vor der westafrikanischen Küste auf. 1965 lief die Sedov durch den englischen Kanal. Zur allgemeinen Überraschung tauchte die Sedov im Frühjahr 1982 wieder in Westeuropa auf und lief im Mai 1982 auch den Hamburger Hafen an.
Den Namen Sedov trägt das Schiff nach dem russischen Polarforscher Georgi J. Sedov, der 1912 mit dem Expeditionsschiff St.Phoca versucht hatte, den Nordpol zu erreichen und nach zweimaligem Überwintern im Eis starb.
Die Bark ist nach dem Drei-Insel-Prinzip konstruiert: Back-Hochdeck-Poop. Das Hauptruder steht mittschiffs auf dem Hochdeck vor dem Kartenhaus, das Notruder befindet sich unter der Poop mit einem Skylight zur Beobachtung der Segel. Lucke drei öffnet sich auf dem Hochdeck vor dem Hauptruder. Normalerweise liegen bei diesem Typ alle Luken auf dem Hauptdeck. Der Doppelboden konnte früher in drei Sektionen insgesammt 345 t Ballastwasser aufnehmen.
Das Schiff gilt als ausgesprochener Schnellsegler. Bei Windstärke 5 lief es unter deutscher Flagge 11 bis 13 Knoten. Die Reise Cardiff - Buenos Aires legte die Bark - mit Unterstützung des Hilfsmotors an einigen Tagen - einmal in 30 Tagen zurück.

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 1

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 2

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 3

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 4

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 5

Segelschiffe Kurs Hamburg Teil 6

zur Marinehauptseite

Homepage Richard Stokowski
Startseite

Gästebuch
E-Mail