Hier finden Sie Bilder und Textbeiträge von folgenden FREGATTEN der Deutschen Marine:

GRAF SPEE HIPPER SCHARNHORST SCHEER GNEISENAU RAULE BROMMY EMDEN - (Köln-Klasse) EMDEN KARLSRUHE - (Köln-Klasse) KARLSRUHE AUGSBURG BRAUNSCHWEIG LÜBECK
F 215
F 214
F 213
F 216
F 212
F 217
F 218
F 221
F 210
F 223
F 212
F 222
F 225
F 224


(Bild Nr.: 38) Die GRAF SPEE (F 215) (Klasse 138) am 18. Oktober 1961 in der 1.Einfahrt in Wilhelmshaven ; Benannt nach dem mit dem Großen Kreuzer SCHARNHORST 1914 vor den Falkland-Inseln untergegangenen Geschwaderchef des ostasiatischen Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral Maximilian Reichsgraf von Spee. Nach Übernahme durch die Bundesmarine nur geringfügige Änderungen wie Verlängerung des Backdecks nach achtern für zusätzliche Unterbringung von Kadetten und Unterrichtsräumen sowie Austausch der Rohrwaffen.; Royal Navy: 3. September 1939 i. D. als FLAMINGO (L 18 / F 18). Einsatz in Norwegischen Gewässern, im Mittelmeer und Indischen Ozean. Im November 1957 angekauft. Grundüberholung und Umbau bei Hawthorn & Leslie, Jarrow / Tyne. Übernahme am 21. Januar 1959 als FLAMINGO. Am 21. Februar 1959 i. d. als GRAF SPEE (F 215). Mit Indienststellung Kadettenschulschiff für Marineschule Mürwik. 25 Auslandsreisen. Außerdienststellung 31. Juli 1964. Der geplante Umbau zum Flugsicherungsschiff wurde nicht realisiert. Nach Aussonderung Verkauf über die VEBEG am 25. Oktober 1967 an Fa. Eisen & Metall, Hamburg. Abgewrackt.;
Typ/Schiffbau: Schulfregatte,Klasse 138. In Großbritannien erbaut als SLOOP der BLACK SWAN-Klasse nach Entwürfen von 1937/39 für Kanonenboote, gemäß Bauprogramm 1937. Ursprüngliche Planung: 1300 ts Standard. Stahlbau (XII Abteilungen), Seitenhöhe 5,40 m, aktive Schlingerdämpfungsanlage (Denny-Stabilisatoren).
Maschinenanlage: Zwei Satz Parsons-Getriebeturbinen je 2150 PS/1634kW,275 u/min/Welle. Zwei Admiralitäts-Wasserrohrkessel mit natürlichem Wasserumlauf und Überhitzerteil (Betriebsdruck 17,6 atü, Dampftemperatur 350 grad Celsius, Dampfleistung 13,5 t/h). E-Anlage: Zwei Turbogeneratoren je 100 kW, ein Dieselgenerator mit 415 PS/305 kW. Zwei dreiflügelige Schrauben. Ein Ruder.;
Waffenanlage: Bei Übernahme vier 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafetten. Zwei U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG. Endgültig sechs 40-mm-Flak L/70 in zwei Doppel-und zwei Einzellaffeten. Zwei U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG. Eine Wasserbombenablaufbühne. Minenzuladung möglich.;
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14; Sonar: Asdic; Waffenleit mit OGR 7, SE 40.;
Ausrüstung: Zwei Motorkutter, zwei Kutter, zwölf Rettungsinseln, zwei Buganker in Seitenklüsen. MES.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 38-42



(Bild Nr.: 39) Die HIPPER (F 214) als Kadettenschulschiff in ausländischen Gewässern ; Die Schiffe erhielten ebenfalls Traditionsnamen aus der früheren deutschen Marine: HIPPER, benannt nach dem Admiral Franz Ritter von Hipper, letzter Flottenchef der Kaiserlichen Marine. SCHEER, benannt nach Admiral Reinhard Scheer, Chef der Hochseeflotte, ab 1918 Chef der Seekriegsleitung. SCHARNHORST, benannt nach dem Reformer des deutschen Heeres, General Gerhard Johann von Scharnhorst. Diese Namen haben bereits frühere deutsche Kriegsschiffe geführt. Im Rahmen der in Großbritannien vor Übernahme durch die Bundesmarine durchgeführten Arbeiten sind die Wohneinrichtungen und Navigationsanlagen nach deutschen Wünschen umgestaltet worden. Weitere Änderungen erfolgten in Deutschland. Auf der HIPPER wurde das Backdeck nach achtern verlängert zur Aufnahme zusätzlicher Unterkünfte und Unterrichtsräume. Die Bewaffnung aller änderte sich unterschiedlich. HIPPER führte endgültig die gleiche Armierung wie zuletzt GRAF SPEE. Beide unterschieden sich jedoch in der Anordnung der Waffen. Die 40-mm-Flak-Einzellafetten der HIPPER standen unmittelbar hinter dem Schornstein, die der GRAF SPEE hingegen wesentlich weiter achtern. Aus dem Generalumbau kehrten SCHEER und SCHARNHORST völlig verändert zurück. Sie waren nun dem speziellen Auftrag ihrer Aufgabenstellung angepaßt worden. Der Umbau umfaßte außer den Waffen (SCHARNHORST) auch die Waffenleit-und Ortungsanlagen. Die SCHARNHORST erhielt eine völlig neue Brücke, einen anderen Schornstein und veränderte Aufbauten. Beide Schiffe wurden mit einer leistungsfähigeren E-Anlage versehen, und die SCHARNHORST besaß nun einen neuzeitlichen Vierbeingittermast. Bauwerft: Thornycroft, Southampton; Baunummer 4033; Royal Navy: 24. Juli 1946 i. D. als ACTAEON (U 07/F 07). Ab 1953 Reserve. Im November 1957 angekauft. Grundüberholungen und Umbau bei Walker, Wallsend / Newcastle / Tyne. Übernahme am 10. Dezember 1958 als ACTAEON. Am 18. Dezember 1958 Überfahrt nach Bremerhaven und 10. Januar 1959 i. D. als HIPPER (F 214). Mit Indienststellung Kadettenschulschiff für Marineschule Mürwik. 25 Auslandsreisen - gemeinsam mit GRAF SPEE - die erste vom 9. Mai bis 25. September 1959. Außerdienststellung 31. Juli 1964. Auflieger Marinearsenal Kiel. Der geplante Umbau zum Flugsicherungsschiff, analog GRAF SPEE, wurde nicht realisiert. Aussonderung 25. Oktober 1967 und über die VEBEG an die Fa. Eisen & Metall, Hamburg, zum Abbruch verkauft.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 38-42



(Bild Nr.: 40) Die SCHARNHORST (F 213) 1959 in ihrem ersten Aussehen ; Royal Navy: Abnahme 1. Mai 1944, 12. Mai 1944 i.D. als MERMAID (U30 / F30). Einsatz im Nordatlantik (Teilnahme Versenkung U 344). Nach 1945 Reserve, November 1957 angekauft. Grundüberholung und Umbau bei Walker, Wallsend / Newcastle / Tyne. Übernahme 5. Mai 1959 als MERMAID. 28. Mai 1959 i.D. als SCHARNHORST (F 213). Mit Indienststellung Schulschiff für Marineartillerieschule. Im Frühjahr 1961 a.D. und großer Umbau bei H.C. Stülcken Sohn, Hamburg. 25. Juli 1962 wieder i.D. als Schulschiff. Ab 19. Januar 1968 Auflieger Marinearsenal Wilhelmshaven und 15. März 1968 a.D.: Reserveflottille und Einkokonierung. Ab 1969 Umklassifizierung zum Begleiter (Mob) mit Kennung A 1459 (die jedoch nie geführt worden ist). Am 30. September 1972 aus der Liste der Kriegsschiffe der Bundesmarine gestrichen, 1973 Umbau im Marinearsenal Wilhelmshaven zur Schul- und Übungshulk für die Lehrgruppe Schiffssicherung als Ersatz für BIENE und BREMSE. Mit dem 21. Juni 1974 als Schulhulk in Neustadt / Holstein. mit dem 7. November 1989 endgültig a.D. und Verkauf über die VEBEG. Ab 24. April 1990 in Zeebrügge abgewrackt.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 38-42



(Bild Nr.: 41) Die SCHARNHORST als Artillerieschulschiff nach großem Umbau und Umrüstung ;
Typ/Schiffbau: Schulfregatten, Klasse 138 (SCHARNHORST 1969 umklassifiziert zum Begleiter (Mob) Klasse 138. Erbaut in Großbritannien als SLOOPS der BLACK SWAN (Mod)- Klasse nach Entwürfen von 1940/41 im Rahmen des ersten Kriegsbauergänzungsprogramms. Ursprüngliche Planung: 1350 ts Standard, 20 kn Geschwindigkeit. Stahlbau (XII Abteilungen), Seitenhöhe 5,40 m, aktive Schlingerdämpfungsanlage (Denny - Stabilisatoren). Vermessungen: SCHARNHORST 1620,13 BRT; 635,33 NTR, nach Umbau: ABC-Schutz.
Maschinenanlage: Wie GRAF SPEE, jedoch SCHARNHORST: Zwei Foster-Wheeler-Wasserrohrkessel Typ D mit natürlichem Umlauf und Überhitzerteil. E-Anlage: SCHARNHORST und SCHEER nach Umbau je zwei Dieselgeneratoren mit je 415 PS/305 kW und einen Turbogenerator mit 100 kW.
Waffenanlage: HIPPER mit Übernahme in die Bundesmarine vier 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafetten. Zwei 40-mm-Flack L/70 in Einzellafetten. Ab etwa 1960: Wegfall der 102-mm-Geschütze und dafür sechs 40-mm-Flack L/70 in zwei Doppel- und zwei Einzellafetten. SCHEER mit Übernahme zwei 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafette. Sofortiger Abbau und zunächst keine Bewaffnung. Nach großem Umbau vier 40-mm-Flack L/70 in zwei Doppellafetten. SCHARNHORST bei Übernahme sechs 102-mm-Geschütze in drei Doppellafetten. Zwei 40-mm-Flack L/70 in Einzellafetten. Nach großem Umbau zwei 100-mm-Geschütze L/55 in Einzeltürmen. Vier 40-mm-Flack L/70 in einer Doppellafette und zwei Einzellafetten. Bei allen Minenzuladung möglich.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14; SCHARNHORST nach Umbau Seeraumüberwachung mit SGR 104/05 DA ; Waffenleit: OGR 7, SCHARNHORST nach Umbau V 3, M4/2, M 2/2, SE 40 ; SCHEER nach Umbau SGR 103, SGR 104, SGR 105, SGR 114 ; Sonar: Asdic ; ECM: Tracer (HIPPER nicht).
Ausrüstung: Zwei Motorkutter, zwei Kutter (SCHARNHORST und SCHEER nach Umbau: ein Motorkutter, ein Kutter), acht bis zehn Rettungsinseln, zwei Buganker in Seitenklüsen. MES.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 38-42



(Bild Nr.: 41a - 41d) Die SCHEER (F 216) 1959 in ihrer ersten Form. Bild rechts: Die SCHEER nach großem Umbau und Umrüstung als Schulschiff der Marineortungsschule.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 38-41



Die GNEISENAU (F 212 / A 1460) in Wilhelmshaven an der Wiesbadenbrücke am 11. April 1960.Bild rechts: Die GNEISENAU als Artillerieschulschiff nach großem Umbau und Umrüstung. Royal Navy: Baubeginn als TICKHAM, Namensänderung Juni 1941. 7. Mai 1942 i.D. als OAKLEY II (L 98/F 198). Im November 1957 angekauft. Grundüberholung und Umbau bei Harland & Wolff, Langton Branch Dock, Liverpool. Übernahme als OAKLEY. Überführung nach Deutschland am 2. Oktober 1958. 18. Oktober 1958 i. D. als GNEISENAU (F 212). Mit Indienststellung Schulschiff für Marineartillerieschule. Außerdienststellung am 28. Oktober 1962: Generalüberholung und großer Umbau bei HDW, Hamburg. 5. März 1964 erneut i. D. und ab 1965 stationäres Schulschiff mit reduzierter Besatzung. 30. Juni 1966 a. D., Auflieger Marinearsenal Wilhelmshaven. Ab 1968 Einkokonierung und Reserveflottille. 1969 Umklassifizierung zum Begleiter (Mob) mit der PT - Nummer A 1460 (die jedoch nie geführt worden ist). Am 30. September 1972 aus der Liste der Kriegsschiffe der Bundesmarine gestrichen und nach Aussonderung vom 20. November 1972 im Marinearsenal Wilhelmshaven ausgeschlachtet. Im Oktober 1976 über die VEBEG zum Verkauf angeboten und verkauft an H.F.Heuvelmann, Krimpet, Isseldijk 37 / Niederlande. Am 18. Januar 1977 im Schlepp nach dort. Abgewrackt. Verkaufspreis 181 251,- DM.
Typ / Schiffbau: Schulfregatte, Klasse 138 (ab 1969 Begleiter (Mob) Klasse 138). Erbaut in Großbritannien als destroyer escort = Geleitzerstörer der HUNT II - Klasses nach Entwürfen von 1938/40, gemäß Kriegsbauergänzungsprogramm. Stahlbau (XIV Abteilungen), Seitenhöhe 5,26 m, aktive Schlingerdämpfungsanlage. Nach Umbau: ABC - Schutz.
Maschinenanlage: Zwei Satz Parsons - Getriebeturbinen je 9500 PS/7000 kW, 380 u/min/Welle. Zwei Admiralitäts - Wasserrohrkessel mit natürlichem Umlauf und Überhitzerteil (Betriebsdruck 21 atü, Dampftemperatur 350 Grad Celsius, Dampfleistung 43 t/h). E - Anlage: Zwei Turbogeneratoren je 60 kW. Nach Umbau: Zwei Dieselgeneratoren je 180 PS/132 kW. Zwei vierflügelige Schrauben. Ein Ruder.
Waffenanlage: Bei Übernahme sechs 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafetten. Vier 2-Pdr-Pom Pom in Vierlingslafette. Zwei 2-Pdr-Pom Pom in Einzellafette. Nach großem Umbau: Eine 100-mm-Kanone L/55 im Einzelturm, vier 40-mm-Flak L/70 in einer Doppel- und zwei Einzellafetten. Wasserbombenablaufbühnen, Minenzuladung möglich.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14 ; Waffenleit: OGR 7 und nach Umbau wie die SCHARNHORST ; Sonar: Asdic ; ECM: Tracer.
Ausrüstung: Ein Motorkutter, ein Dingi, zwölf Rettungsinseln. Zwei Buganker in Seitenklüsen. MES.



(Bild Nr.: 41e)Die Steuerbordseite der Raule (Bild links): Das Bild stellte mir freundlicherweise Herr Lothar Schwuchow zur Verfügung.E-Mail: lothar.schwuchow@cityweb.de; Herr Günter Mohrhof sendete mir folgendes schönes Foto der RAULE zu . (Bild rechts) Es zeigt die Backbordseite der RAULE. Herr Günter Mohrhof fuhr vom 1.10.59 bis 30.6.61 dort als Brückengast.Royal Navy: 12. 2. 1942 i. D. als ALBRIGHTON (L 12/F 112). Einsatz vorwiegend im Kanal, u. a. beim verhinderten Ausbruch des Hilfskreuzers KOMET am 13./14. Oktober 1942, und 27./28. April 1943 Versenkung U-Jäger UJ 1402. Nach 1945 Reserve. Im November 1957 angekauft. Grundüberholung und Umbau bei Harland & Wolff, Langton Branch Dock, Liverpool. Übernahme am 9. April 1959 als ALBRIGHTON in Birkenhead. 14. 5. 1959 i. D. als Raule (F 217). Mit Indienststellung Schulschiff für Marineunterwasserwaffenschule. Außerdienststellung 30. Mai 1962: Umbau bei HDW, Hamburg. 2. November 1964 wieder i. D.; Außerdienststellung 20. Dezember 1967, .ab 19. Dezember Auflieger im MArs Wilhelmshaven. Aussonderung am 31. Dezember 1967. Umbau zum Zielschiff im MArs Wilhelmshaven. Als solches nach Verkaufsausschreibung durch die VEBEG am 8. April 1971 vor List/Sylt zum Wrack geschossen. Verkauf des Wracks an Fa. Eisen & Metall, Hamburg, am 7. Juni 1971. Abgewrackt.

(Bild Nr.: 41f)Die BROMMY (RAULE - Klasse ; RAULE = F 217 ; BROMMY = F 218) wurde noch für einige Zeit als Zielschiff für Raketen in der Biskaya eingesetzt. Hier eine Aufnahme vom 25. August 1977. Das rechte Foto der BROMMY stellte mir freundlicherweise Herr Heinrich Dettmer von der Bordgemeinschaft "BROMMY" zur Verfügung. Herzlichen Dank! Royal Navy: 21. Januar 1943 i. D. als EGGESFORD (L 15/F 15). Einsatz im Mittelmeer. Am 12. Juni 1944 Versenkung des Schnellbootes S 153. Ab 1945 Verwendung im Indischen Ozean. Außerdienststellung Juli 1946 und Reserve. Im November 1957 angekauft. Grundüberholung und Umbau bei Harland & Wolff, Langton Branch Dock, Liverpool. Übernahme am 14. April 1959 in Pembroke als EGGESFORD. 14. Mai 1949 i. D. als BROMMY (F 218). Mit Indienststellung Schulschiff für Marineunterwasserwaffenschule. Außerdienststellung am 30. April 1965. Ab 8. Dezember 1965 Auflieger im MArs Wilhelmshaven. Aussonderung am 20. Dezember 1967 (die offizielle Genehmigung dafür erfolgte erst mit dem 10. April 1970!). 1971/72 Umbau zum Zielschiff im MArs Wilhelmshaven. Ab 29. Februar 1972 als Zielschiff zur Verfügung des BWB und mehrfach mit Schlepper in die Biskaya als Ziel für Schnellboote der -*- Klasse 148 (Juni/Juli 1973 und August/September 1977) verbracht. Nach endgültiger Aussonderung am 19. Juni 1979 über die VEBEG zum Verkauf angeboten und am 21. Juni 1979 an die Fa. Jade-Stahl, Wilhelmshaven, verkauft. Am 31. Juli 1979 zum Abbruch nach dort verholt.

Typ/Schiffbau: Schulfregatten, Klasse 138. Erbaut in Großbritannien als Geleitzerstörer der HUNT III-Klasse nach Entwürfen ab 1938/40, gemäß Kriegsbauergänzungsprogramm.Stahlbau (XIV Abteilungen) Seitenhöhe 5,26 m , aktive Schlingerdämpfungsanlage. Nach Umbau: ABC – Schutz. Vermessung: RAULE 1269,30 BRT; 349,41 NRT.
Maschinenanlage: Zwei Satz Parsons-Getriebeturbinen je 9500 PS/7000 kW, 380 u/min/Welle. Zwei Admiralitäts-Wasserrohrkessel mit natürlichem Umlauf und Überhitzerteil (Betriebsdruck 21 atü. Dampftemperatur 350°C, Dampfleistung 43 t/h). E-Anlage: Zwei Turbogeneratoren je 60 kW. Nach Umbau: Zwei Dieselgeneratoren je 180 PS/132 kW. Zwei vierflügelige Schrauben. Ein Ruder.
Waffenanlage: Bei Übernahme vier 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafetten. Vier 2-Pdr-Pom Pom in Vierlingslafette. Zwei 533-mm-TR in Zwillingsgruppe. Ab Anfang der 60er Jahre Abbau der vorderen 102-mm-Doppellafette und Aufbau von zwei U-Abwehr-Salvenwerfern HEDGEHOG. Diese Bewaffnung führte die BROMMY bis zur Außerdienststellung.RAULE nach Umbau: Eine 40-mm-Flak L/70, vier 375-mm-U-Jagdraketenwerfer Bofors in Vierergruppe, zwei 533-mm-Einzel-UTR.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14 bzw. ASR 10 • Waffenleit mit OGR 7, RAULE nach Umbau mit M 9/3 • Sonar: Asdic, RAULE nach Umbau M 5/1.
Ausrüstung: BROMMY zwei Kutter und Flöße, RAULE ein Motorkutter, ein Dingi. Beide je zehn Rettungsinseln. Zwei Buganker in Seitenklüsen. MES.
Allgemeines: Beide Einheiten erhielten Namen von Persönlichkeiten, die mit der deutschen Marinegeschichte verbunden sind: BROMMY nach Konteradmiral Bromme, genannt Brommy, Befehlshaber der von der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 geschaffenen ersten deutschen Bundesflotte, RAULE nach dem Generaldirektor der Kurbrandenburgischen Flotte. Auch frühere deutsche Kriegsschiffe führten diese Namen.
Die Bewaffnung wurde nach der Übernahme geändert: Anstelle der vorderen 102-mm-Doppellafette kamen zwei U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG zum Einbau. Die TR und Pom Pom-Flak kamen von Bord, dafür Aufstellung einer 40-mm-Flak L/70 (diese führte BROMMY bis zuletzt). Anfang der 60er Jahre Erneuerung der Schornsteinmäntel auf beiden Schiffen, nun mit konischer Formgebung. Nur RAULE wurde einem größeren Umbau unterzogen und kehrte von diesem mit neuer Bewaffnung und veränderten Aufbauten zurück. Auf dem Vorschiff stand nun eine U-Jagd-Raketenwerfergruppe, dazu auf den Seitendecks je ein UTR. Die 40-mm-Flak war weiter nach achtern postiert. Durch den Einbau einer modernen Operationszentrale hatte die gesamte Brücke eine neue Form erhalten, der bisherige Dreibeinmast war durch einen Pfahlmast ersetzt worden. Das ebenfalls neugestaltete Aulbaudeck hatte man nach achtern verlängert, um darauf einen 3-t-Bordkran zu installieren.

Folgenden Bericht sendete mir Heinz Neumann OStBtsm a.D. zu,für den ich mich recht herzlichst bedanken möchte.


Schulfregatte „Brommy“

ex H.M.S „Eggesford“

Ein Zerstörer der „ Hunt-Class III “ wurde am 23. Juni 1941 auf der Bauwerft J.S. White in Cowes, Isle of Wight auf Kiel gelegt.
Nach fast 15 Monaten Bauzeit erfolgte am 12. September 1942 der Stapellauf und vier Monate später am 21. Januar 1943 wurde Eggesford von der britischen Navy übernommen und in Dienst gestellt.
Eggesford wurde der Mittelmeerflotte zugewiesen um in der 22. Zerstörer Flottille Dienst zu verrichten.
Die "Windsor Castle" 19141 BRT wurde von Torpedoflugzeugen angegriffen und versenkt; Eggersford und 2 weitere Zerstörer retteten alle Schiffbrüchigen bis auf einen Mann.
Bei der Landung der Alliierten auf Sizilien war sie bei der Beschießung maßgeblich beteiligt (Unternehmen "Husky").
Auch bei der Landung auf der Insel Panteleria war sie beteiligt. In der Adria kam sie mit S-Booten ins Gefecht. Ein S-Boot wurde versenkt. 10 Matrosen wurden gerettet und gingen in Gefangenschaft.
Am 24. November 1944 wurde sie mit 10 weiteren "Hunt-Class"-Zerstörern nach Ostindien beordert. Der Plan wurde aufgehoben, dafür ging sie am 17. Dezember 1944 zur 21. Z.-Flottille nach Sherness.
Am 17. Juni 1945 erfüllte sie der zurückgestellten Auftrag nach Ostindien.
Im November 1945 ging sie zurück nach England in die Reserve-Flotte bis Juli 1946.
Anschließend Außerdienststellung und Einmottung.

Die Armierung der Eggesford war folgende:

- Doppellafette: 10,2 cm vorne und achtern
- Vierling (Pompom): 2 cm Mitteldeck
- Zwilling: 2 cm Brückennocken
- Zwillingtorpedosatz: Mitteldeck
- Wasserbombenwerfer: achtern seitlich je 2 Stück
- Wasserbombenablaufgestelle: achteraus 2 Stück
- Hedgehogs: je Gestell 12 Projektile Backbord + Steuerbord
Für die Größe des Schiffes beachtliche Armierung, verglichen mit deutschen Zerstörern.

Ab 1. Mai 1958 wurden 12 Soldaten vom BMVg nach Pembroke Dock beordert, um mit folgenden Personen Bauaufsicht zu betreiben:

- KL Niemeyer - STO
- OB Pagel - Unterstützung STO
- OB Brehm - Funker
- B Dollinski - Maschine (Kessel)
- B Schubert - Waffen
- OMt Neumann - Maschine (Turbine)
- OMt Huber - Decksdienst
- G Fischer - Motoren
- G Radke - Schreibdienst
- G Schnabbe - Maschine
- G v. Selasinski - Maschine
- G Walter - Maschine

Ein auf Reede liegendes eingemottetes Schiff lag bereit für eine Werftliegezeit von ca. ½ Jahr, woraus dann 1 Jahr wurde.
Es wurden in Höhe der Wasserlinie sämtliche Außenhautplatten erneuert, Schornstein erneuert, Mast überholt, vorderes Geschütz, Pompom-Torpedosatz, Wabo-Werfer entfernt. In Inneren des Schiffes diverse Umbauten vorgenommen. Für spätere Schulung des Unterwasserwaffen-Personals achtern ein Schulungsraum eingerichtet.
Die Brommy war einsatzbereit !
Nach Probefahrten und Restarbeiten ging die Heimreise am 28. April vonstatten. Zunächst nach Portland-Weymouth; reibungslose Ankunft in Bremerhaven. Nach einigen Tagen Fahrt zum bleibenden Standort Flensburg. Indienststellung: 14. Mai 1959. Aufnahme des Schulbetriebes für die Unterwasser-Waffenschule.
Hinsichtlich des fachlichen Erfahrungsaustausches waren Fahrten nach Den Helder (Holland) öfter im Programm. Die Kadettenausbildung, verbunden mit 3 Auslandsreisen, die rund um England, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Kreta und Malta führten, gehörte ebenso dazu. Navigationsbelehrungsfahrten für die Marineschule Mürwik, die weitesgehend nachts absolviert wurden, fanden ebenfalls wiederholt statt. In der Ferienzeit der Marineschule bekam das Schiff zur eigenen Ausbildung eine längere Nordlandreise in die norwegische Fjorde. Ferner wurden im Kattegatt mit modernsten Torpedos Versuche durchgeführt.
Die achtere Doppellafette (10,2 cm) blieb als letztes Geschütz von allen in England gekauften Fregatten erhalten. Die noch eingelagerte Munition für dieses Kaliber wurde für die Artillerieschule in Holtenau zur Ausbildung der Ari-Leitoffiziere im Ostsee-Schießgebiet auf Schleppscheiben etwa in 3 Wochen verschossen.
Als die Flutkatastrophe über Norddeutschland hereinbrach, befand sich die Brommy auf dem Weg zu einer Auslandsreise. Im Kanal, Höhe Dover kam sie in einen Sturm, der ihr bald zum Verhängnis wurde. Im Kesselraum 2 gingen durch die starken Erschütterungen im Schiff ständig die Wasserstandsgläser zu Bruch. Die Reserven waren aufgebraucht. Der Kessel musste abgesetzt (gelöscht) werden. Mit nur noch einem Kessel konnte die Fahrt gegen den Strom nicht mehr gehalten werden. Wir machten Fahrt achteraus in Richtung Callais.
Es musste ein Nothafen angelaufen werden. Es wurde Dover angesteuert; Lotsenunterstützung wurde wegen der zu hohen See abgelehnt. See querab, unglaubliche Krängung hielt die Brommy aus (also ein gutes seegehendes Schiff). Als der Molenkopf von Dover passiert war, waren wir erst einmal gerettet !
Noch ging die See höher und schlug über den Molenkopf - der Anker hielt nicht mehr und wir wurden auf die gegenüberliegende Mole getrieben. Nur einige Meter vor der Mole konnten wir Meter für Meter voraus fahren, kollidierten wegen zu geringer Ruderwirkung mit einem portugisischen Tanker, konnten aber schließlich Leinenverbindung herstellen und die Rettung war nun endgültig gelungen.
Der Schaden war erheblich: Loch in der Bordwand, Schergang und Kutter eingedrückt, Reelingstützen verbogen, Schanzkleid der 10,2 eingedrückt und ein Spantenriss im Turbinenraum. Freigabe des Schiffes nach Abflauen des Sturmes durch den Hafenkapitän von Dover. Wir liefen die Werft von Portsmouth zwecks Reparatur an. Es folgten zwei Werftliegezeiten in Newcastle. Generalüberholung bei HDW in Hamburg im Herbst 1965.
Die Besatzung wurde zu anderen Kommandos versetzt. Die Brommy sollte für besondere Aufgaben neu hergerichtet werden. Dieser Plan wurde jedoch wieder verworfen. Der Zulauf neuer Schiffe stand bevor. Mit 24 kn lief die Brommy von HDW Hamburg nach Wilhelmshaven. Sie ist später nie wieder in See gestochen.

Ich habe hier ein Vorkommnis geschildert, welches ich selbst auf der Brommy erlebte. Eines von vielen. Wie wäre es, wenn andere ehemalige Besatzungsmitglieder ebenfalls Erlebnisse aus ihrer Sicht schildern würden ? Vielleicht entstände daraus ein Sammelwerk !

Zum Schluss noch einige Erlebnisse:

Wir lagen zur Brennstoffübernahme in Gibraltar. Ich war zu der Zeit Pumpenmeister. Nach Beendigung musste gepeilt (gemessen) werden, wie viel wir gebunkert hatten. Der "Leitende" vergleicht Abgabe mit Übernahme. Es fehlten 20 Tonnen!
Der Ölprahm hatte schon abgelegt. Der "Leitende" rief hinterher: "Hello you, you hav mi bescheten um zwinty tons!" Man hatte ihn wahrscheinlich verstanden!

Wir lagen in Newcastle in der Werft. Ostern sollte es wieder nach Hause gehen. Der Brückenmaat, ein Berliner war erbost über die schleppende Tätigkeit der Werftarbeiten. Sie saßen auf der Brücke und genossen die Sonne. Der Maat in seinem "Pigeon-Englisch", die Hände in die Seiten gestützt sagte er: "Ei sink ei si not reit. All män sit hier and luck in se son und no män work !" Es zeigte Wirkung!

Heinz Neumann OStBtsm a.D. Kiel, 03/2002



(Bild Nr.: 33) (Das Rechte Bild stellte mir freundlicherweise Herr Werner Schwen zur Verfügung, der selbst auf der EMDEN fuhr.)Die Fregatte EMDEN (F 221 der KÖLN-Klasse) auslaufend aus der Bauwerft "Stülckenwerft" am 26.Oktober 1961; Werftprobefahrt 17. bis 25. Juli 1961. Abnahmefahrt 18. bis 22. September 1961. Vorläufige Abnahme 21. September 1961. Mit Indienststellung: 2. Geleitgeschwader. 31. März 1965 a. D. : Umbau. Probefahrt 30. Januar bis 2. Februar 1967. Abnahmefahrt 20. und 21. Februar 1967. 27. Oktober 1967 i. D. Vom 1. April 1968 bis 31. März 1974: Flottendienstgeschwader, dann erneut 2. Geleitgeschwader. Am 6. Januar 1973 südöstlich Bornholm Kollision mit DDR-Trawler BERLIN: Schäden am Bb-Achterschiff. Ab 30. Juni 1983 außer Fahrbereitschaft. Abgabe an türkische Marine: Auslaufen Wilhelmshaven 8. September 1983. Außerdienststellung 23. September 1983 in der Türkei, zugleich i. D. für türkische Marine als GEMLIK (D361). Vor Abgabe an die Türkei wurden alle Traditionsgegenstände am 24. Juni 1983 an die neue EMDEN Klasse 122, übergeben. 1990 Großbrand in der Maschinenanlage. Nach 2. Großbrand außer Dienst gestellt und am 13. Januar 1994 nach Aliaga zum Abbruch.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



(Bild Nr.: 33a) Die EMDEN (F 221) 1978 im Verband der STANAVFORLANT mit der niederländischen Fregatte Tromp, der kanadischen Fregatte Skeena, der US-Fregatte Pharris und der englischen Fregatte Naiad.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50


(Fregatte F 221 EMDEN 822 x 822 Pixel )

Herbst 1977; Fregatte EMDEN F 221 Schiff an der Q-Pier in Portland Naval Base; im Hintergrund zwei englische Fregatten. Das Bild stellte mir freundlicherweise Rainer Heidenreich zur Verfügung


(Bild Nr.: 36) Fregatte EMDEN (II) (F 210) am 24. Februar 1995 einlaufend Wilhelmshaven.Das Schiff kehrt von der Spezialausbildung bei der Royal Navy in Portland zurück; Thyssen-Nordseewerke, EMDEN, Baunummer: 464/1023, Baubeginn 23. März 1979. Überführung zu Bremer Vulkan 24. Februar 1982. Werftprobefahrt 14. März 1983. Funktionsnachweis See 11. April bis 29. Juni 1983. Übernahme durch BWB 28. September 1983. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader. Typ/Schiffbau, Maschinenanlage, Waffenanlage, Führungsmittel und Ausrüstung siehe Fregatte BREMEN (F 207)
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 37 und 51 bis 61



(Bild Nr.: 34) Die Fregatte KARLSRUHE (F 223) im Spätsommer 1982 in der Atlantikdünung während ihrer Zugehörigkeit zur STANAVFORLANT.
Typ/Schiffbau:
Geleitboote G1-G6, vormals Geleitboot 55, dann Fregatten, Klasse 120. Erbaut nach Entwürfen von 1955/57, Auftragserteilung März 1957. Baukosten je 70 Mio DM. Stahlbau (XIII Abteilungen), Knickspant im Vorschiff, kein Bugwulst. Zum Teil Leichtmetallaufbauten, ABC-Schutz. Seitenhöhe 6,50m, Vermessung: 2121,22 BRT; 661,10 NRT.
Maschinenanlage: CODAG mit zwei BBC-Gasturbinen je 12 000 PS/8832 kW und 3590 u/min. Schalt-(Planeten-)Getriebe. Vier MAN-Viertakt-16-Zylinder-Dieselmotoren mit je 3000 PS/2208 kW und 872 u/min. Schalt-(Planeten-)Getriebe. E-Anlage: Sechs Dieselgeneratoren je 550 PS/405 kW/450 kVA. Zwei dreiflügelige Verstellpropeller je 2,95 m durchmesser. (KAMEWA-Propelleranlage). Zwei Ruder.
Waffenanlage: Zwei 100-mm-Geschütze L/55 in Einzeltürmen METL 53. Sechs 40-mm-Flak L/70 in zwei Doppellafetten Breda Mod 58 II MDL und zwei Einzellafetten Bofors Mod 58. Vier 533-mm-Einzel-UTR TORO UJ 2 für Torpedo Mk 44. Acht 375-mm-U-Jagd-Raketenwerfer Bofors in Vierergruppen. Wasserbombenablaufbühnen. Minenzuladung möglich.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14/9; Seeraum-/Luftraumüberwachung mit SGR 105/04, SGR 103/02; ECM: Tracer; Sonar: CWE 10 für UTR, PAE 1 A für U-Jagd-Raketen; IFF/SIF: SR 1 A Mod 1; Waffenleitgerät mit M V 2/3 Du, M 4/1 Du für Rohrwaffen, M 5/1 Du für U-Jagd-Raketen, M 9/3 Du für UTR.
Ausrüstung: Ein Motorkutter, 14 Rettungsinseln, Schlauchboote, zwei Buganker in Decksklüsen. MES.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50

(Bild Nr.: 43) Die Fregatte KARLSRUHE (F 223) (Klasse 120) bei ihrem ersten Einlaufen in Wilhelmshaven; Die Einheiten wurden nach Großstädten der Bundesrepublik Deutschland benannt, zugleich Traditionsnamen früherer Kriegsschiffe. Die EMDEN führte als Bugzier ein Eisernes Kreuz. Dieses hatten bereits ihre Vorgänger, der Kleine Kreuzer EMDEN (II) der Kaiserlichen Marine und der Leichte Kreuzer EMDEN (III) der Reichs- und Kriegsmarine in Erinnerung an den im ersten Weltkrieg kämpfend untergegangenen Kleinen Kreuzer EMDEN geführt. Bei Erprobungen unter extrem schwerem Wetter zeigten sich die Schiffe schon sehr früh als anfällig: Immer wieder auftretende Rißbildungen im Mittelschiffsaufbauten-Bereich. Trotz Einziehen von Dehnungsfugen und andere verstärkende Maßnahmen konnten diese Mängel nie ganz behoben werden. Ein anfänglich mitgeführter Heckanker wurde schon recht früh ausgebaut, die Heckklüse dichtgesetzt. Maßgebend dafür waren Stabilitätsgründe. Ab AUGSBURG hatten die Schiffe eine veränderte Schraubenschutzform, die später auch auf KÖLN und EMDEN installiert wurde. KÖLN und EMDEN hatten anfänglich lange UTR (bei der KÖLN nur die vorderen). Später wurden diese gegen kurzrohrige Modelle getauscht, die auf der AUGSBURG von Beginn an aufgestellt waren. Noch später wurden die UTR auf allen sechs Einheiten in kürzerem Abstand zueinander postiert, so daß ein Durchladen möglich wurde. Ab Mitte der 60er Jahre wurde der im Bereich der Brückenaufbauten über die ganze Schiffbreite reichende Teil des unteren Aufbaudecks um etwa drei Meter nach achtern verlängert. Im Zuge dieses Umbaues wurden auch die Außenklappen der Gasturbinen-Luftansaugeschächte verändert. Gleichzeitig erfolgte das Dichtsetzen des mittleren Querganges im Aufbaudeck. Seither wurde die bis dahin vorhandene Motorpinasse einschließlich Davit nicht mehr geführt. Seit Anfang der 70er Jahre entfielen aus Stabilitätsgründen die seitlichen ECM-Töpfe im Mast. Ihre Plattformen kamen später von Bord. Desgleichen kam das vordere Waffenleitgerät von Bord. Der Grund für letztere Maßnahme war der zu häufige Ausfall durch überkommendes Seewasser, dafür erhielten alle Einheiten auf der Brücke ein zusätzliches Navigationsradar. Ab 1975 erfolgte die Umrüstung des See-/Luftraumradars auf dem vorderen Mast auf eine modernere Version. Die Fernsteuerungsanlage der Antriebsmotoren fertigte Westinghouse (die der BRAUNSCHWEIG kam von Philips).
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



(Bild Nr.: 35) Die Beschädigung der KARLSRUHE (F 223) im Dock der NDL-Werft, hervorgerufen durch den ZERSTÖRER 6
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50


(Bild Nr.: 37) Fregatte KARLSRUHE(II) (F 212) am 25. November 1994 aus dem Mittelmeer zurückkehrend einlaufend Wilhelmshaven ; Bauwerft: Howaldtswerke/Deutsche Werft, Kiel, Baunummer 161/1025; Überführung zu Bremer Vulkan 31. Juli 1982. Werftprobefahrt 15. und 16. September 1983. Funktionsnachweis See vom 17. Oktober 1983 bis 1. Februar 1984. Übernahme durch BWB 4. April 1984. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader, ab 1. Oktober 1988: 2. Fregattengeschwader. Typ/Schiffbau, Maschinenanlage, Waffenanlage, Führungsmittel und Ausrüstung siehe Fregatte BREMEN (F 207)
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 51 bis 61



(Bild Nr.: 44) Probefahrten der Fregatte AUGSBURG (F 222), hier am 16. März 1962 während eines Sprühversuchs der ABC-Anlage ;
Typ/Schiffbau: Geleitboote G1-G6, vormals Geleitboot 55, dann Fregatten, Klasse 120. Erbaut nach Entwürfen von 1955/57, Auftragserteilung März 1957. Baukosten je 70 Mio DM. Stahlbau (XIII Abteilungen), Knickspant im Vorschiff, kein Bugwulst. Zum Teil Leichtmetallaufbauten, ABC-Schutz. Seitenhöhe 6,50 m, Vermessung: 2121,22 BRT; 661,10 NRT.
Maschinenanlage: CODAG mit zwei BBC-Gasturbinen je 12 000 PS/8832 kW und 3590 u/min. Schalt-(Planeten-)Getriebe. Vier MAN-Viertakt-16-Zylinder-Dieselmotoren mit je 3000 PS/2208 kW und 872 u/min. Schalt-(Planeten-)Getriebe. E-Anlage: Sechs Dieselgeneratoren je 550 PS/405 kW/450 kVA. Zwei dreiflügelige Verstellpropeller je 2,95 m durchmesser. (KAMEWA-Propelleranlage). Zwei Ruder.
Waffenanlage: Zwei 100-mm-Geschütze L/55 in Einzeltürmen METL 53. Sechs 40-mm-Flak L/70 in zwei Doppellafetten Breda Mod 58 II MDL und zwei Einzellafetten Bofors Mod 58. Vier 533-mm-Einzel-UTR TORO UJ 2 für Torpedo Mk 44. Acht 375-mm-U-Jagd-Raketenwerfer Bofors in Vierergruppen. Wasserbombenablaufbühnen. Minenzuladung möglich.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14/9; Seeraum-/Luftraumüberwachung mit SGR 105/04, SGR 103/02; ECM: Tracer; Sonar: CWE 10 für UTR, PAE 1 A für U-Jagd-Raketen; IFF/SIF: SR 1 A Mod 1; Waffenleitgerät mit M V 2/3 Du, M 4/1 Du für Rohrwaffen, M 5/1 Du für U-Jagd-Raketen, M 9/3 Du für UTR.
Ausrüstung: Ein Motorkutter, 14 Rettungsinseln, Schlauchboote, zwei Buganker in Decksklüsen. MES.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



(Bild Nr.: 46) Brücke und Mast der Fregatte AUGSBURG (F 222) im März 1962. Das Schiff ist noch im Erprobungsverhältnis, im Vortopp die Werftflagge.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



(Die AUGSBURG 1974 auf dem Weg nach Halifax; 661x1000 Pixel ) (Die AUGSBURG 1974 auf dem Weg nach Halifax; 661x1000 Pixel ) (Bild Nr.: 47) Die Fregatte AUGSBURG (F 222) während der SEF 2/75 ;
Werftprobefahrt 22. Januar bis 1. Februar 1962. Abnahmefahrt vom 12. bis 17. März 1962. Vorläufige Abnahme 16. März 1962. Mit Indienststellung: 2. Geleitgeschwader. 12. Januar 1967 a.D.: Umbau. 7. Januar 1969 i.D. In der Nacht vom 9. Mai 1975 im Skagerrak Kollision mit polnischem Schiff PROFESSOR BOHDANIWCZ, schwere Schäden, vier Verletzte. Notreparatur am 10. und 11 Mai 1975 in Grimstad / Norwegen. Instandsetzung vom 1. Oktober 1975 bis 11. Oktober 1976. Am 18. Januar 1982 erneut Kollision mit dem britischen Flottenversorger TIDESPRING im Verlauf Manöver. Am 1. Oktober 1985 im Stützpunkt Wilhelmshaven, an der Pier liegend, von einlaufendem sowjetischen Schlepper gerammt, etwa 630 000,- DM Schaden. Ab 1. Oktober 1987 außer Fahrbereitschaft, 30. März 1988 a.D. und Auflieger Marinearsenal Wilhelmshaven. Zum Verkauf ausgeschrieben und über die VEBEG zum Abbruch verkauft. Am 17. November 1989 im Schlepp nach Hamburg, dort ab Dezember abgewrackt.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



Folgende fünf Farbbilder der Fregatte AUGSBURG stellte mir freundlicherweise Herr Klaus Kretschmer zur Verfügung, der die "Packeisreise" der AUGSBURG, nach Halifax, 1974 mitgefahren war.
Herzlichen Dank.

(Die AUGSBURG 1974 auf dem Weg nach Halifax; 661x1000 Pixel ) (Die AUGSBURG 1974 auf dem Weg nach Halifax; 1200x804 Pixel ) (Die AUGSBURG auf dem Weg nach Halifax nach einem Schneesturm; 1000x1501 Pixel ) (Die Augsburg nach einer schweren Schneesturmfahrt nach Halifax 1974 mit einer Vereisung von 60 bis 80 Tonnen; 1000x1501 Pixel ) (Die Augsburg nach einer schweren Schneesturmfahrt nach Halifax 1974 mit einer Vereisung von 60 bis 80 Tonnen; 1200x801 Pixel)



Folgende E-Mail habe ich von einem ehemaligen BRAUNSCHWEIG Fahrer erhalten:

Hallo Herr Stokowski,
tolle HP die Sie da kreiert haben.
Bin selber auf der Braunschweig gefahren. Das war 1975/76, u.a.Standing Navel Force Atlantik. Aus dieser Zeit suche ich noch einen Kameraden, welcher damals 8 mm- Filme von der Fahrt drehte. Mir ist leider nur noch sein Spitzname in Erinnerung.
"Lusches" nannten wir ihn damals. Vielleicht könnten Sie auf Ihrer HP mal einen Suchvermerk etablieren? Für den Ausbau Ihrer HP wünsche ich Ihnen immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel.
Viele Grüße
Karl-Heinz Wesemann

kh.wesemann@ewetel.net


(Bild Nr.: 49) Die Fregatte BRAUNSCHWEIG (F 225) und die Fregatte Augsburg F 222 im Marinearsenal Wilhelmshaven; Fregatte Braunschweig: Werftprobefahrt 9. bis 16. April 1964. Abnahmefahrt 10. bis 15. Mai 1964. Vorläufige Abnahme 15. Mai 1964. Mit Indienststellung: 2. Geleitgeschwader. Im August 1973 erhäbliche Sabotageschäden in der Antriebs- und E-Anlage, in der BuM- und Proviantkühlanlage. Am 11. März 1984 bei Bornholm im Manöver Kollision mit britischer Fregatte PLYMOUTH. Außer Fahrbereitschaft am 31. März 1989. Abgabe an Türkei: Am 6. Juni 1989 nach dort und 4. Juli 1989 a.D. Dient der türkischen Marine als Materialersatzteilträger. Als Ersatz für EMDEN und GEMLIK (D 361) 1992 in Dienst gestellt. (Bild Mitte und rechtes Bild stellte mir freundlicherweise Herr Karl-Heinz Wesemann zur Verfügung)
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



(Bild Nr.: 50) Die Fregatte LÜBECK (F 224) ; Werftprobefahrt 17. bis 23. April 1963. Abnahmefahrt 19. bis 22. Mai 1963. Vorläufige Abnahme 22. Mai 1963. Mit Indienststellung: 2. Geleitgeschwader. Nach Umbau (ohne a.D.) : Werftprobefahrt 27. bis 30. Oktober 1969. Abnahmefahrt 21. bis 26. November 1969. Außer Dienst 31. März 1989. Abgabe an die Türkei: Am 15. November 1989 nach dort, 1. Dezember 1989 a.D. und zugleich Übernahme durch türkische Marine als Materialersatzteilträger.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 33-35 und Bild 43-50



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