Hier finden Sie Bilder und Textbeiträge von folgenden FREGATTEN der Deutschen Marine:

BREMEN Klasse 122 NIEDERSACHSEN RHEINLAND - PFALZ EMDEN KÖLN KARLSRUHE BRANDENBURG FREGATTEN
F 207
F 208
F 209
F 210
F 211
F 212
F 215
KLASSE 124


( Bild Nr.: 51) Fregatte BREMEN F 207 (Klasse 122) in der Erprobung, hier bei Schleppversuchen mit der Fregatte EMDEN der Köln-Klasse. Die Namensgebung der Schiffe ist uneinheitlich. Während die ersten drei nach Bundesländern benannt wurden, erhielten die restlichen fünf wiederum Traditionsnamen deutscher Kriegsschiffe. Während der Name RHEINLAND-PFALZ erstmalig gewählt wurde, führte den Namen NIEDERSACHSEN ein im Zweiten Weltkrieg im Mittelmeer operierendes, zum Minenleger umfunktioniertes Handelsschiff. Den Namen BREMEN trug ein Kleiner Kreutzer der Kaiserlichen Marine, und auch der ersten deutschen Bundesflotte von1848/49 gehörte ein Raddampfer dieses Namens an. Bei EMDEN, KÖLN, LÜBECK und AUGSBURG handelt es sich um Namen deutscher Großstädte, die auch schon von früheren deutschen Kriegsschiffen geführt wurden. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern führt die EMDEN das Eiserne Kreuz nicht an der Bugspitze sondern an der Brückenvorkante. Der Bau dieser Schiffe litt von Beginn an unter den immer noch gültigen Tonnagebegrenzungen der WEU (wozu sich die Bundesrepublik vor Beitritt zur Nato und zur WEU freiwillig verpflichtet hatte). Als diese mit dem 21. Juli 1980 endgültig aufgehoben wurden, hatte diese Maßnahme keinen Einfluß mehr auf den Bau dieser Klasse. Daher ist es nicht verwunderlich, daß auch diese Einheiten aufgrund ihrer leichten Bauweise unter extremen Wetterbedingungen ebenfals zu Rißbildungen neigen. Der Bau erfolgte nicht im herkömmlichen Sinn, sondern im Sektionsbau, auch Modulbau genannt. Die einzelnen Sektionen (Module) wurden vorgefertigt und dann im Dock bzw. auf der Helling zusammengesetzt. Begonnen wurde jeweils mit dem Modul 6 bzw. 4 Die Taufe (Stapellauf) der BREMEN und KARLSRUHE erfolgte durch Aufschwimmen im Dock, die anderen liefen von der Helling ab. Die Klasse 122 ersetzte die veralteten ZERSTÖRER der Klasse 119 ZERSTÖRER 1 bis ZERSTÖRER 6 und die Fregatten der KÖLN-Klasse. Sie ähneln äußerlich in etwa der niederländischen NATO-bzw. Standartfregatte der KORTENAER-Klasse. Abweichungen: Brückenaufbau und Gittermastantennenträger an der Vorkante Schornsteinaufbau und Schiffstechnische Anlage: Im Gegensatz zur BREMEN-Klasse besitzen die Niederländer Gasturbinen anderer Bauart und anstelle der Marschdieselmotoren ebenfalls Gasturbinen. Am 6. Dezember 1985 wurde nach zahlreichen, immer wieder abschlägig beschiedenen Eingaben der Bau von zwei weiteren Einheiten bewilligt, der Bauauftrag an den GU erteilt. Nach unbestätigten Meldungen war zeitweise der Verkauf dieser beiden Schiffe an Pakistan im Gespräch, das sich aber für die niederländische Version dieses Typs entschied. Ab Frühjahr 1991 wurden aufgrund des Golfkrieges drei Einheiten (zeitweise) mit dem niederländischen Nahbereichsabwehrsystem GOALKEEPER ausgerüstet: NIEDERSACHSEN, KARLSRUHE, und BREMEN. Ab Mai 1993 Beginn der Aus- / Nachrüstung mit dem RAM-Waffensystem, das die NIEDERSACHSEN als erstes Schiff erhielt.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 52) BREMEN-Klasse ; Fk-Fregatten, Klasse 122.Planungsbeginn Anfang der 70er Jahre, nachdem Vorläuferprojekte ab 1965 für Fregatte 121, für die Varianten Flugkörperfregatte, Flugabwehrfregatte, Schnelles Kanonenboot, Fregatte 70 usw. endgültig verworfen wurden. Erhebung der Taktischen Forderung im Juni 1972. Am 17. Juni 1975 Memorandum of Understanding mit den Niederlanden über die gemeinsame Definition einer künftigen NATO-Fregatte (auch Standard-Fregatte genannt), aus der dann die niederländische KORTENAER-Klasse entstand. Ziel dieses Memorandums war eine angestrebte Standardisierung innerhalb der NATO. Beginn der Definitionsphase 26. Januar 1976 mit der an diesem Tage erfolgten Zustimmung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, der am 10. März 1976 die des Haushaltsausschusses des Bundestages folgte. 6. Juni 1975 bereits Herausgabe von Angebotsvorderungen durch das BWB an fünf Werften. Abgabe der Angebote 13. Oktober 1975. 19. Mai 1976 Entscheidung für zwei Anbieter, denen ein Definitionsauftrag erteilt wurde: Blohm + Voss, Hamburg, und Bremer Vulkan. Abgabe der Fertigungsgebote 21. März 1977. Am 15. Juni 1977 Entscheidung Bundeskabinett über Bauvergabe: GU wurde der Bremer Vulkan, der Bau der sechs geplanten Einheiten sollte auf fünf Werften erfolgen, wobei die Endausrüstung ausschließlich beim Bremer Vulkan lag. Bauwerften wurden: Vulkan, A. G. Weser, HDW, Kiel, und Thyssen-Nordseewerke, Emden. Nach erneuter Überprüfung durch den Haushaltsausschuß am 16. Juni 1977 Erteilung Bauauftrag am 21. November 1977 an den GU. Gesamtkosten für das System Klasse 122 etwa 2,6 Mrd. DM. Stahlbau (XVI Abteilungen), Spiegelheck, Bugwulst zur Aufnahme Sonaranlage, Seitenhöhe 9,00 m, ABC-Schutz, aktive Schlingerdämpfungsanlage. >
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 53) Die BREMEN (F207) im August 1981;
Maschinenanlage: CODOG mit zwei General Electric-Gasturbinen LM 2500, je 25 000 PS/18 400 kW bzw. 25 840 PS/19 000 kW bei 236 u/min/Welle für Höchstfahrt. Zwei MTU-Viertakt-20-Zylinder-Dieselmotoren je 5200 PS/3800 kW und 1540 u/min für Marschfahrt bei 130 u/min/Welle. E-Anlage: Vier Deutz-MWM-Dieselgeneratoren je 1096 PS/800 kW/750 kVA. Zwei Hilfskessel für Schiffsheizung. Zwei fünfflügelige Escher-Wyss-Verstellpropeller mit 4,20 m durchmesser. Ein Ruder. Nur bei der BREMEN: Der Propellerwechsel von fünfflügeligen auf siebenflügeligen - Verstellpropeller, System Wegemann und Co - erfolgte vom 25.07.-01.08.1988 im Dock 2 des Marinearsenals, Betrieb Wilhelmshaven. ( Diesen Hinweis bekam ich heute - 16.01.2004 - von dem auf der BREMEN fahrenden 11er Johannes Geissler zugesendet. Herzlichen Dank!!)

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 54) Die BREMEN (F207) am 13. Mai 1982 ;
Waffenanlage: Ein 76-mm-OTO-Melara-Geschütz L/62 in Einzelturm. Ein FK-System HARPOON mit Vierfachstartern. Ein FK-System SEA SPARROW mit Achtfachstarter. Zwei FK-Systeme ASMD-RAM mit 21 Startboxen. Vier UTR Mk 46 Mod 2 in Zwillingsgruppen. Vier Düppelwerfer SRBOC mit je 24 Startboxen. Torpedotäuschsystem AN/SLQ 25 (NIXIE). Ein Hubschrauber Sea Lynx Mk 88 (vorgesehen sind zwei)

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 55) Die BREMEN (F207) in der MES-Vermessung am 13. Mai 1982 ;
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar 3 RM 20; Luft-/Seeraumüberwachung DA 08; Waffenleitgeräte: WM 25 und STIR als Beleuchter; ECM: FL 1800 S, Mk 36; IFF/SIF; Sonar: DSQS 21 SZ; Rechner: 2 ANYUK 7; Information: LINK 11; Satellitennavigation: SYLOSAT; Hubschrauber: VESTA.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 56) Die Fregatte NIEDERSACHSEN (F 208); Beginn der Modulfertigung 9. April 1979. Auftragserteilung durch GU am 19. April 1979. Überführung zu Bremer Vulkan 31. Januar 1981. Erste Werftprobefahrt 13. März 1982. Beginn Funktionsnachweis See 14. April 1982. Funktionsnachweis mit Marinepersonal 3. Mai 1982. Abschluß Funktionsnachweis 29. Juni 1982. Übernahme durch BWB 7. Oktober 1982. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader;
Ausrüstung: Zwölf Rettungsinseln, Kläranlage, Müllverwertungsanlage, Schlauchboote, Bilgenwasserentöler, ein Motorkutter, ein Buganker in Stevenklüse. MES.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 57) Die Fregatte RHEINLAND-PFALZ (F 209); Überführung zu Bremer Vulkan 12. Dezember 1981, dort Ausrüstung ab 14. Dezember 1981. Funktionsnachweis See 20. Oktober 1982 bis 3. Februar 1983. Abnahme durch BWB 28. April 1983. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61




Eine englische Fregatte rammte die Fregatte EMDEN im Mai 2001,wegen eines Ruderversagers.Kollision mit der britischen Fregatte MONTROSE.

(Englische Fregatte MONTROSE -  647 x 415 Pixel )

Die Besatzung der EMDEN war absolut unschuldig. Die Fregatte MONTROSE hatte einen Ruderversager und hat die EMDEN an Backbord auf Höhe Flugdeck mit dem Bug ein wenig eingedrückt. Das war im Grunde kein schlimmer Schaden. Unglücklich nur, dass zu der Zeit gerade der Bordhubschrauber mit drehendem Rotor zur Betankung auf dem Flugdeck stand. Die Rotorblätter drehten mit großer Wucht gegen den Bug der MONTROSE. Eine enorme Menge Splitter flogen durch die Luft. Wie durch ein Wunder wurde niemand ernstlich verletzt. Der Helikopter ist fast ein Totalschaden. Die Besatzung der EMDEN hatte ein Riesenglück!!! Z.Z. liegt die EMDEN im Marinearsenal und läßt das Flugdeck reparieren. ( Zweites und drittes Bild von rechts.Viertes Bild zeigt die englische Fregatte MONTROSE)
(Bild links Nr.: 58) Die EMDEN (F210) im September 1994 auslaufend Wilhelmshaven, nun mit RAM-FK-System auf dem Hangar; Baubeginn 23. März 1979. Überführung zu Bremer Vulkan 24. Februar 1982. Werftprobefahrt 14. März 1983. Funktionsnachweis See 11. April bis 29. Juni 1983. Übernahme durch BWB 28. September 1983. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61


Oberes Bild zeigt die Fregatte EMDEN beim Einlaufmanöver am Horn von Afrika,im Jahre 2002, während des Einsatzes im Rahmen "ENDURING FREEDOM"


(Bild Nr.: 59) Die KÖLN (F 211) nach Indienststellung auslaufend Wilhelmshaven am 20.Oktober 1984; Überführung zu Bremer Vulkan 19. Dezember 1982. Werftprobefahrt 28. und 29. Februar 1984. Abschluß Funktionsnachweis See 17. Juli 1984. Übernahme durch BWB am 26. September 1984. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader, ab 1. Oktober 1988: 2. Fregattengeschwader.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 60) Die KÖLN (F 211) im August 1992.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 61



(Bild Nr.: 61) Die KARLSRUHE (F 212) am 25. November 1994; Überführung zu Bremer Vulkan 31. Juli 1982. Werftprobefahrt 15. und 16. September 1983. Funktionsnachweis See vom 17. Oktober 1983 bis 1. Februar 1984. Übernahme durch BWB 4. April 1984. Mit Indienststellung: 4. Fregattengeschwader, ab 1. Oktober 1988: 2. Fregattengeschwader.
Das zweite Bild zeigt (wenn Sie das Bild anklicken und vergrößern) oben den spanischen Radar und Kontrollpunkt "Centro Zonal de Tarifa", darunter einen Teil von Gibraltar mit der Flugzeugrollbahn, alles im englischen Besitz und unten die Fregatte Karlsruhe F 212 wie sie vorbeizieht an den Felsen von Gibraltar (The Rock)in Richtung Mittelmeer. Auf dem dritten Bild sieht man drei mal die Fregatte Karlsruhe F 212 vorbeifahrend am Felsen "The Rock" in der Strasse von Gibraltar. Auf dem vierten Bild sieht man dreimal den kurzzeitigen Ankerplatz der Fregatte Karlsruhe am 7.06.2002 in der Strasse von Gibraltar vor dem Felsen "The Rock". Aber die Anker sind schon gelichtet und die Fregatte hat schon Fahrt aufgenommen. Das ganz rechte Foto zeigt das in Lizenz der Lürssen-Werft in der Bàzan-Werft in Càdiz gebaute Schnellboot ACEVEDO, das am Manöver mit der Fregatte Karlsruhe F212 beteiligt war.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 36 und 37 sowie 51 bis 60



(Bild Nr.: 62) BRANDENBURG-Klasse 123 (Bilder von links nach rechts) Erstes Bild zeigt die Fregatte BRANDENBURG, die mit Indienststellung dem 6. Fregattengeschwader angehört. Bild zwei zeigt die Fregatte MECKLENBURG-VORPOMMERN . Indienststellung war geplant am 1. Dezember 1996. Mit Indienststellung gehört die Fregatte MECKLENBURG-VORPOMMERN ebenfals dem 6. Fregattengeschwader an. Die Taufe am 23. Februar 1995 erfolgte in der Bauhalle (Trockendock), erst am 8. Juli 1995 schwamm der Neubau auf. Am 18. Januar 1996 im Dock der Bauwerft umgekippt. Nach anfänglich 19 Grad-Stb-Neigung schließlich 30 Grad. Mittlere Schäden. Das dritte Bild zeigt die Brandenburg-Klasse in der Seitenansicht und Draufsicht ; Auch diese vier Schiffe erhalten Namen deutscher Bundesländer. Ursprünglich sollte die erste Einheit aufgrund der Außerdienststellung des Schulschiffes DEUTSCHLAND diesen Namen erhalten. Die Wiedervereinigung Deutschlands hat offensichtlich zur Änderung geführt, indem zwei Schiffe dieser neuen Klasse den Namen der (fünf) neuen Bundesländern erhalten. Mit der SCHLESWIG-HOLSTEIN und BAYERN wird der Name zum zweiten mal in der Bundesmarine vergeben, BRANDENBURG und MECKLENBURG-VORPOMMERN sind Namen neuer Bundesländer. Alle Namen wurden bereits von Schiffen früherer deutscher Marinen geführt, ausgenommen MECKLENBURG-VORPOMMERN. Dieses Bundesland ist insofern neu entstanden, als der Verzicht auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete: Ostpreußen, (Hinter-) Pommern, Schlesien, in Verbindung mit der endgültigen Anerkennung der Oder-Neisse-Linie als Grenze zu Polen eine der Bedingungen für die Wiedervereinigung war. So entstand aus dem früheren Mecklenburg und Vorpommern das neue Bundesland mit Doppelnamen. Der Name MECKLENBURG wurde bereits von einem Linienschiff der Kaiserlichen Marine geführt, desgleichen BRANDENBURG, Typschiff der ersten in Deutschland erbauten Linienschiffsklasse. Gleiches wie für die MECKLENBURG-VORPOMMERN trifft auch für eine der Fregatten der BREMEN-Klasse zu: RHEINLAND-PFALZ. Auch dieses Bundesland entstand bei Gründung der Bundesrepublik neu. Der Name RHEINLAND wurde ebenfalls von einem früheren Linienschiff geführt. Eine Ergänzung dieser Fregattenklasse ist die im Planungs- und Deffinitionsphasenstadium befindliche Klasse 124. Von ihr werden ebenfalls vier Einheiten gefordert. Sie soll die Zerstörer der LÜTJENS-Klasse ersetzen. Anfänglichst sollte endgültig eine NATO - Fregatte entwickelt werden, Bezeichnung NFR 90 (mit sieben Einheiten). Grundlage war der Entwurf der BREMEN-Klasse. Nachdem im Oktober 1989 Großbritannien, Frankreich und Italien ihre Beteiligung aufgekündigt haben, folgten im Dezember des Jahres auch Spanien und Deutschland. Nunmehr wurden bis ende 1991 die Militärischen Forderungen für eine Fregatte 124 erstellt. Bis ende 1991 folgte eine Systemanalyse mit Entwurf und ab 1992 die Definition der einzelnen Waffen und Führungskomponenten. Bis 1996 soll die Schiffstechnik entwickelt werden, der Gesamtentwurf war für 1992 bis 1994 vorgesehen. Bis dahin soll auch die genaue Definition des Schiffes erstellt sein, einschließlich Bauanweisung. 1997 soll nach Plan die Freigabe des Baues und die parlamentarische Behandlung erfolgen. Der Zulauf des ersten Schiffes wird - vorausgesetzt, alle Pläne werden gebilligt - erst nach dem Jahr 2000 erfolgen. Von den ursprünglich vier geforderten Fregatten der Klasse 124 als Ersatz für die Zerstörer der LÜTJENS-Klasse werden nach letzten Meldungen wohl nur drei in Auftrag gegeben. Hinzu kommt - Verlautbarungen sprechen davon - daß sie von einfacher, sprich billiger Bauart sein werden. Der Schwerpunkt der Waffenausstattung soll auf dem Gebiet der Luftabwehr liegen - eine etwas fragwürdige Entscheidung bei der vorgesehenen Größe der Schiffe.
Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 63 bis 64



(Bild Nr.: 63) Die BRANDENBURG (F 215), aufgenommen am 25. November 1994; Mit Indienststellung: 6. Fregattengeschwader. Typ/Schiffbau: Fk-Fregatten, Klasse 123. Billigung durch das BMVg am 19. Juni 1987, endgültig 10. April 1989. Kenntnisnahme durch Verteidigungs - und Haushaltsausschuß des deutschen Bundestages 21. Juni 1989. Vergabe Bauauftrag an Werftenkonsortium (Blohm + Voss, HDW, Thyssen - Nordseewerke und Bremer - Vulkan) für vier Schiffe am 28. Juni 1989. Systempreis Klasse 123= 2,421 Mrd. DM (Stand 1988)
Typ/Schiffbau: Stahlbau (XV Abteilungen), teilweise Verwendung von Leichtmetall, Bugwulst mit Sonaranlage, Spiegelheck, ABC-Schutz. Stabilitätsreserve 215 t. Sechs Doppelschotts, drei durchlaufende Kastenträger, Seitenhöhe Hauptdeck 9,50 m. Seitenhöhe B-Deck 12,216 m. Breite in der CWL 15,74 m, Breite B-Deck 16,00 m.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 62 bis 64



(Bild Nr.: 64) Nochmals die BRANDENBURG (F 215), von schräg achtern aufgenommen;
Maschinenanlage: CODOG, wie BREMEN-Klasse. Für Marschfahrt MTU-Viertakt-20-Zylinder-Dieselmotoren, 7600 kW für 18 kn. E-Anlage: Zwei E-Werke mit je zwei Deutz-MWM-Dieselmotoren und A.v.Kaick-Generatoren je 1500 kW. Sowohl die Marschdieselmotoren als auch die E-Dieselmotoren stehen in Schallschluckenden Boxen (wie schon bei der BREMEN-Klasse). Zwei fünfflügelige Escher-Wyss-Verstellpropeller. Ein Ruder.
Waffenanlage: Ein 76-mm-OTO-Melara-Geschütz L/62 in Einzelturm. Vier Fk-Starter MM 38 EXOCET (die von den Zerstörern der HAMBURG-Klasse übernommen werden) in Doppelboxen. Ein Fk-System VLS Mk 41 SEA SPARROW (Senkrechtstarter für 16 Fk). Ein RAM-Fk-System für je 21 Fk (eines vorn, eines achtern). Zwei Düppelwerfer (die von der HAMBURG-Klasse übernommen werden). Vier UTR Mk 32 für Torpedo Mk 46 in Doppelgruppe. Zwei Hubschrauber Sea Lynx.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar; Luft-/Seeraumüberwachung LW 08, HSA-SMART-S (3 D); Waffenleitanlagen mit MWCS (Multi Weapon Control System) mit zusätzlichen zwei STIR-Antennen; Eloka mit FL 1800 S; Sonar: Krupp-Atlas DSQS-23 B im Bugwulst. Als Nachrüstung geplant TASS (Towed Array Sonar System) = Schleppsonar; Satellitenverbindung mit Rowell Collins, außerdem Trägheitsnavigationsanlage PL-41-LITEF und INA-Teldix. MES.
Ausrüstung: 26 Rettungsinseln, zwei Beiboote, Schlauchboote, Bilgenwasserentöler, Müllzerkleinerungsanlage, Klimaanlagen, Wäscherei, Bügelei, moderne Sanitäranlagen, Bäckerei. Ein Buganker in Stevenklüse, ein Buganker in Stb-Seitenklüse. MES.

Weiteres zu diesem Schiffstyp siehe Bild 62 bis 64


(Bild Nr.: 65) Fregatte SACHSEN der Klasse 124
Für die zunächst drei Schiffe sind die Namen deutscher Bundesländer vorgesehen. Auch die vierte Fregatte dieser Klasse, für die eine Option besteht, soll nach einem Bundesland benannt werden. Gebaut werden die drei Schiffe von einem Werftenkonsortium als Arbeitsgemeinschaft (ARGE) F 124, mit der Federführung durch Blohm+Voss.
Die Vorgänger dieser Schiffe, die Klasse 123, waren die Grundlage bei der Planung der Klasse 124. Waren jene jedoch hauptsächlich im Rahmen von Geleitschutz- und Gebietssicherungsoperationen für die U-Bootsbekämpfung (ASW) konzipiert, entsprechend ausgerüstet und bewaffnet, ist die Hauptaufgabe für die Klasse 124 in der Verbandsschutz-Flugabwehr zu sehen entsprechend sind die bedeutendsten Unterschiede zu den Vorgängern in einer veränderten Radar-Sensoren-Konfiguration entworfen. Infolge des Mehrbedarfs an Raum, elektrischer Energie und Kühlleistung ergab sich daraus zusätzliches Gewicht. Die Hauptaufgabe der Fregatte Klasse 124 machte, verglichen mit der Klasse 123, ein "neues Topside-Arrangement" erforderlich.
Auch diese Schiffe sind, wie die Vorgänger der Klassen 122 und 123, in Modulbauweise gebaut, was, wie bei jenen, eine Baukostenersparnis, eine Verkürzung der Bauzeit, die Steigerung der Verfügbarkeit in der Nutzungsphase, eine Kosten- und Zeiteinsparung bei einer anfallenden Umrüstung sowie eine Verbesserung der Einbauqualität zur Folge hat. Zur Ausrüstung der Fregatten Klasse 124 gehören: Vier Waffenmodule (76-mm-Geschütz, 2 RAM und das VLS Mk 41-System), sieben Elektronik-Module (APAR, SMART-L), neun Gerätepaletten auf Bodenraster, 24 Gerätepaletten, 12 Lüftungsmodule, zwei Mast-Module (APAR, SMART-L).
Die umfangreiche Fernmeldeausrüstung, die Datenverarbeitungs- und Führungssysteme in Verbindung mit dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) geben den Fregatten die Befähigung zur Verbandsführung. Das FüWES, erstmalig auf einer deutschen Fregatte eingebaut, besteht aus: 17 Multifunktionskonsolen mit eigener Rechnerkapazität, zwei taktischen Großbildschirmen, 11 Bus Interface Units (BIUs), einer COSMOS-Anlage, einem redundanten CSD Network (ATM).
In der Antriebsanlage der Fregatte 124 ist eine Gasturbine (bei der Klasse 123 sind dies zwei) eingebaut, die im Zusammenwirken mit zwei MTU-Antriebsdieselmotoren eine Gesamtleistung von rund 38.000 kW entwickelt. Im CODAG-Antriebsmodus wirkt die Gasturbine mit den AnDiMot über das Getriebe (2 Haupt- und 1 Verteilergetriebe) auf die beiden Antriebswellen. An deren Enden sind je ein fünfflügeliger Verstellpropeller montiert, die so ausgelegt sind, das sie bei geringstmöglicher Geräuschentwicklung eine größtmögliche Kraftübertragung gewährleisten.
Typ/Schiffbau: Aussehen des Schiffrumpfes und der Aufbauten sehr ähnlich der Fregatte Klasse 123. Wie bei dieser ein stufenförmig ansteigender Brückenaufbau mit jedoch deutlich verändertem Turmmastmodul, auf diesem ein Antennensystem. Hinter dem Brückenaufbau zwei quer zur Schiffsrichtung installierte Vierfach-FK-Starter, gefolgt von einem Pfahlmast. Zwei nebeneinander stehende und nach außen geneigte Schornsteine wie bei Klasse 123. Achterer Fregattenaufbau mit zweitem Mastmodul, darauf eine Radar-Planarantenne. Im achteren Aufbau der Hangar für die Helikopter, an der Achterkante des Hangardaches ein RAM-Starter. Das um ein Deck niedriger ausgeführte Achterdeck ist wie bei der Klasse 123 als Hubschrauberlande- und Startplattform gestaltet. Schräges Spiegelheck.
Entwurf der Fregatte Klasse 124 auf der Basis der Plattform der Fregatte Klasse 123. Schiffsrumpf und Teile der Aufbauten: Schiffbaustahl. Teile der Aufbauten und Ausrüstung: Leichtmetall. Drei durchlaufende Kastenträger im Gurtungsdeck (B-Deck), mittschiffs sowie an Stb.-und Bb.-Seite. Sechs wasswerdichte Querschotte als Doppelschotte. Ein durchlaufender Doppelboden. XV wasserdichte Abteilungen. ABC-Schutz. Modulbauweise ähnlich Fregatten Klasse 123 und Klasse 122.
Technische Daten und Abmessungen: Verdrängung: ca. 5.600 t ; Verdrängung (gemäß Mitteilung der Zerstörerflottille): ca. 5.800 ts ; Länge in der Konstruktionswasserlinie: 132,15 m ; Länge über alles: 143,00 m ; Breite in der Konstruktionswasserlinie: 16,68 m ; Breite H-Deck: 17,44 m ; Breite B-Deck: 16,71 m ; Seitenhöhe H-Deck: 9,50 m ; Seitenhöhe B-Deck: 12,22 m ; Konstruktionstiefgang: 5,00 m ; Höchstgeschwindigkeit nach Konstruktion: ca. 29,00 kn.
Maschinenanlage: CODAG-Antrieb (kombinierter Antrieb durch zwei Dieselmotoren und eine Gasturbine). Eine General-Electric-Gasturbine GE 7-LM 2500 mit einer Höchstleistung von 23,500 kW bei 3.600 u/min, über zwei Haupt- und ein Verteilergetriebe mit den beiden Antriebswellen verbunden. Zwei Antriebs-Dieselmotoren (AnDiMot) MTU 20 V 1163 TB 93 für die Marschfahrt, je 7.400 kW bei 1.350 u/min, wie die Gasturbine über die beiden Haupt- und das Verteilergetriebe mit den Propellerwellen verbunden. Aufstellung der AnDiMot in einer nicht begehbaren Schallkapsel. Gasturbine und AnDiMot zur Erhöhung der Standkraft räumlich voneinander durch den Getrieberaum getrennt. Gesamtleistung im CODAG-Antriebsmodus der Gasturbine mit den beiden AnDiMot über das Renk-Untersetzungsgetriebe auf die Wellen: ca. 38.000kW. Anzahl und Art der Propeller: Zwei fünfflügelige Verstellpropeller, System Sulzer Hydro. Anzahl und Art der Ruder: Ein Halbschweberuder. E-Anlage: vermutlich wie bei Klasse 123.
Bewaffnung: Ein 76-mm-Geschütz OTO-Melara 1/62 METL auf der Back ; zwei 20-mm-Fla-Geschütze Oerlikon in Einzellafetten ; zwei Vierfach-FK-Starter für FK-System HARPOON mittschiffs ; je ein Vielfachstarter nach Stb. bzw. Bb. quer zur Schiffslängsachse gerichtet. FK-Reichweite ca. 80 nm ; ein modernisiertes FK-System SEA SPARROW Mk 41 Vertical Launch System (VLS, 32 Zellen) für SM 2/IIIA-und ESSEM-FK ; zwei Dreifach-Torpedorohrsätze für Torpedos Mk 32 ; zwei RAM-Starter ASMD, je einer an der Vorderkante des Brückenaufbaus und an der Achterkante des Hangars ; sechs SRBOC-Starter ; zwei Bordhubschrauber MH 90, Gewicht je 12 t.
Führungsmittel: Ein 3 D-Luftraumüberwachungsradar SMART-I ; ein Multifunktionsradar APAR, ein Seeraumüberwachungsradar TRITON G ; ein LR-IRST (S+W) ; ein FL 1800 S II (ESM) ; ein FL 1800 S II (ECM) ; ein ATAS-System ; ein Bugsonargerät Krupp-Atlas DSQS 21 B Mod in der Bugwulst ; ein IFF Mk XII Mod 4 ; je ein Zieldatenübertragungs- und Informationssystem LINK 11 und LINK 16 ; siebzehn MFCs mit Rechner ; ein Combat System Data Network (ATM) ; zwei Data Recording Module ; zwei Large Screen Display ; ein CATV / SWS-System ; elf Bus Interface-Units ; eine COSMOS-Konsole ; zwei Workstations - OP - SW - CDS ; ein Ext/Int. ; Kommunikationssystem UHF/SHF SATCOM ; ein IMUS System ; ein Digital Komm.Netzwerk FOCON 32 ; zwei Navigationsradaranlagen ; zwei Satelliten-Navigationsanlagen SATNAV ; zwei intertiale Navigations-Plattformen MINS ; eine elektronische Seekarte ECDIS ; eine Wettersatellitenanlage.
Ausrüstung: Beiboote, Rettungsinseln, Schlauchboote, ein Buganker in einer Stevenklüse, ein Buganker in einer Seitenklüse an Stb.-Seite, sonst vermutlich wie Klasse 123
Besatzung: ca.230 - 255 Mann

Baubeginn einer neuen Fregatte für die Deutsche Bundesmarine

FREGATTE TYP 124



Quantensprung für die Deutsche Marine

Fregatte SACHSEN

Das Typschiff der Klasse 124 auf Erprobung

Das 1,2 Milliarden Mark teure Schiff soll Ende des Jahres 2002 abgeliefert werden.

Mit dem Zuschnitt des ersten Bauteiles hat bei HDW in Kiel der Bau einer neuen Fregatte für die Bundesmarine begonnen. Die künftige "Hamburg" ist das zweite Schiff einer Serie von drei Fregatten der Klasse 124, die von Blohm+Voss in Hamburg, Thyssen Nordseewerke GmbH in Emden und HDW gebaut werden. Die Werften haben sich in der Arbeitsgemeinschaft 124 (Arge 124) zusammengeschlossen. HDW wird die 1,2 Milliarden Mark teure Fregatte im Dezember 2002 abliefern.

Das Schiff basiert auf der Fregatten-Klasse 123. Sie unterscheidet sich von der Vorgängerklasse durch unterschiedliche Aufgaben. Während die Klasse F123 vor allem für die U-Bootsbekämpfung im Rahmen von Geleit- und Gebietssicherungsaufgaben bestimmt war, ist die Hauptaufgabe der neuen Klasse der Schutz von Verbänden und Flugabwehr.

Zum ersten Mal wird ein neuartiges voll verteiltes Datenverarbeitungs- und Führungssystem mit einer Echtzeit-Datenbank und einem integrierten Kommunikationsnetzwerk für ein komplexes Waffensystem auf einer Fregatte der deutschen Marine eingesetzt. Ebenfalls neuartig ist der von HDW konstruierte kombinierte Antrieb aus einer Gasturbine und zwei Diesel-Motoren.

HDW-Vorstandsmitglied Roger Sprimot bezeichnete das Fregattenprojekt als außerordentlich anspruchsvoll. Er fordere von allen Beteiligten in Industrie und Behörden höchste Anstrengung und Konzentration. Denn es sei das zurzeit technologisch am weitesten fortgeschrittene Programm einer NATO-Marine. Aber es unterstreiche auch den weltweiten technischen Vorsprung der deutschen Marineschiff-Werften. Sprimot sagte weiter, dass Marineschiffbau in Deutschland Schiffbau in privat geführten Unternehmen mit hohem Kostenbewusstsein und großer Effizienz bedeute. In diesem Zusammenhang sei es schwer erträglich, dass die deutschen Werften in Europa einer Konkurrenz durch Staatswerften vor allem in Frankreich und Spanien ausgesetzt seien, die Marineschiffe trotz hoher eigener Verluste zu Dumping-Preisen anböten. Denn deren Verluste trage der jeweilige Staat. Diese unlautere Preispolitik erinnere ihn an die Auseinandersetzungen, die der europäische Handelsschiffbau mit Korea führe. Hier sei die Politik aufgefordert, auf die Nachbarländer einzuwirken, um diese Missstände zu beseitigen.

Hamburgs Bürgermeister Ortwin Runde erklärte anlässlich des Baustarts: "Ich wünsche den Auftraggebern und der Werft einen reibungslosen und unfallfreien Ablauf des Baus und der Erprobungsphase. Die Freie und Hansestadt Hamburg wird für das Schiff und seine Besatzung ein guter Pate sein."

Fregatte F 124

Beschreibung:

1. Allgemeine Darstellung

Mit der aus Altersgründen notwendigen Außerdienststellung der betriebskostenintensiven Zerstörer Klasse Z 103B ab Ende der 90ziger Jahre verringert sich die Fähigkeit der Verbandsflug-/ Flugkörperabwehr in der deutschen Marine. Darüber hinaus sinkt die Kapazität für Seeraumüberwachung, U-Jagd und Seezielbekämpfung wegen der unzureichenden zahlenmäßigen Verfügbarkeit von Schiffen. Mit der Beschaffung der Fregatten Klasse F 124 wird ein Beitrag geleistet, diese Ausrüstungs- und Fähigkeitenlücke zu verringern. Die Marine benötigt 4 Fregatten Klasse F 124.

2. Vorgaben

Im Rahmen des in den Verteidigungspolitischen Richtlinien festgelegten Auftrages hat die deutsche Marine
- Seeverbindungen zu schützen,
- Angriffe gegen Küsten abzuwehren und
- sich an Krisenbewältigung zu beteiligen.
In der Landes- und Bündnisverteidigung ist die Einbindung deutscher See- und Seeluftkräfte in die Multinational Maritime Forces der NATO vorgesehen. Die deutschen Streitkräfte können auch den Auftrag erhalten, sich an der Krisenbewältigung und Konfliktverhütung der internationalen Staatengemeinschaft, des Nordatlantischen Bündnisses oder anderer internationaler Sicherheitsinstitutionen politisch angemessen und militärisch wirkungsvoll zu beteiligen.
Der Fregatte F 124 wird der Aufgabenteil

Flugabwehr /

Verbandsschutz

und Führung

als Schwerpunkt übertragen.

Das Waffensystem Fregatte F 124 hat im Rahmen dieses Auftrages folgende Aufgaben:

Verbandsflugabwehr:

Die Verbandsflugabwehr erfolgt als Verbandsschutz gemäß Fachkonzeption Flugabwehr der Marine bei gleichzeitiger Fähigkeit zum Eigenschutz im Nah- und Nächstbereich. Zur Abwehr von kleinen, schnellen Luftzielen (Seaskimmern) im Nah- und Nächstbereich ist ein speziell ausgelegtes AAW-System mit optimiertem Radargerät erforderlich. Kern ist das Flugkörpersystem Standard Missile 2 (SM 2) für den mittleren Bereich (bis 50 nm / auch Verbandsschutz) in Verbindung mit dem Vertical Launch System VLS MK41. Für den Nah- und Nächstbereich kommen die Flugkörpersysteme ESSM (Evolved SEASPARROW Missile System) und RAM / RAM KWS (Rolling Airframe Missile System / RAM Kampfwertsteigerung) zum Einsatz.

- Verbandsführung:

Führen und Leiten des Einsatzes von Seekriegsmitteln in See / vor Ort.

- Bekämpfen von Seezielen:

Die Bekämpfung von Seezielen richtet sich gegen alle gegnerischen Einheiten, die im Einsatzgebiet zu erwarten sind. Diese Aufgabe ist sowohl im Rahmen der Gebiets- als auch im Rahmen der Geleitsicherung wahrzunehmen. An Effektoren werden das Seezielflugkörpersystem HARPOON und ein 76 mm Geschütz zum Einsatz gelangen.

- Bekämpfen von U-Booten:

Im Rahmen der Gebietssicherung richtet sich die Bekämpfung gegen alle gegnerischen U-Boote, die im Einsatzgebiet zu erwarten sind. Im Rahmen der Geleitsicherung erfolgt die Abwehr von U-Booten, die den zu schützenden Verband bedrohen. Als Sensor/Effektor sind vorgesehen: Bugsonar, 2 Torpedorohr-Zwillingssätze, 2 Bordhubschrauber MH 90 mit Dippingsonar und/oder Torpedos (Dipper/Pony).
Im Frieden und in einer Krise stehen die Aufgaben maritime Präsenz, insbesondere Überwachen, Aufklären und Führen eines Verbandes im Vordergrund.
Die Fregatte Klasse 124 wird weltweit überwiegend im Rahmen multinationaler Verbände, der NATO, der WEU, der Vereinten Nationen oder ähnlicher Organisationen eingesetzt.
Die personelle Besetzung, die Geräte- / Systemausstattung und der Grad der Automation sind so ausgelegt, daß das Schiff in der Lage ist, einer Mehrfachbedrohung verzugslos und gleichzeitig zu begegnen.
Die Leistungsmerkmale entsprechen den Anforderungen/Vorgaben an das Waffensystem Fregatte Klasse F 124 einschließlich der zusätzlichen Forderungen nach Verlagerung des Schwerpunkts der operativen Fähigkeiten der F 124 von der U-Bootbekämpfung zur Flugabwehr.
Dazu wird die Fregatte F 124 mit einem weiterentwickelten FÜWES (Führungs- und Waffeneinsatz System) mit verteilter Rechnerstruktur ausgestattet. Das führt zu größeren Kapazitäten in der Datenverarbeitung, erhöhter Standkraft und einem höheren Grad an Integration von Waffen und Sensoren im Vergleich zur F 123. Diese Verbesserung ist insbesondere für den Aufgaben-schwerpunkt AAW (Flugabwehr) erforderlich.
Während der geforderten ununterbrochenen Stehzeit in See von 21 Tagen erfüllt die Fregatte Klasse F 124 alle Aufgaben mit der Stammbesatzung im Kriegswachsystem. Die operativen Fähigkeiten sind bis Seegang 6 gegeben.

3. Hauptdaten Fregatte F 124:


- Länge ü.a. 143,00 m
- Länge KWL 131,45 m
- Breite H Deck 17,20 m
- Breite KWL 16,48 m
- Einsatzverdrängung ca 5.600 t
- Seeausdauer 21 Tage
- Fahrtstrecke mindestens 4.000 sm bei Dauer Marschgeschwindigkeit
- Höchstgeschwindigkeit mindestens 28 kn
- Dauer-Marschgeschwindigkeit mindestens 18 kn
- Unterbringung von weiblichen Besatzungsmitgliedern
- Antriebsart CODOG:; 2-Wellenanlage: 38.000kW oder CODAG, 2 Wellenanlage
- Generatoren 4 x 1.000 kW
- Waffen- und Führungsmittel
- Sensoren Multifunktionsradar APAR
3 D Radar SMART L
FL 1800 S II (Elo UM)
SPS - 67
IFF
TDS
Sonar
Nav Radar
BHS Sonar
- Waffen VLS Mk 41 mit 32 Zellen für:
- SM - 2/Bl III A (ICWI) - und ESSM (ICWI)
RAM (2x)
Seezielflugkörper HARPOON
LWT/2x3 ToRo/2x BHS MH 90, ggf. LCAW
SRBOC
FL 1800 S II (Elo GM)
Geschütz 76 mm (1x)
Kleinkalibrige Rohrwaffe (2x)
- Combat Direction System (CDS)
- SW-Struktur SEWACO FD / SigmaSplice
- Konsolen Mehrzweckkonsolen

4. Kooperation


In Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Kanada wird das Multifunktionsradar APAR (Active Phased Array Radar) entwickelt, welches in Verbindung mit der DV-Architektur 'SEWACO FD' der Fa SIGNAAL (NL) zum Einsatz gelangen soll.
Durch Kooperation werden das Entwicklungsrisiko verteilt sowie Entwicklungs- und Beschaffungskosten niedrig gehalten. Gleichzeitig erhält das Vorhaben Fregatte F 124 durch die Kooperation eine politische Dimension in den Bereichen "europäische Rüstungszusammenarbeit" und "Erhalt wehrtechnischer Mindestkapazitäten".

5. Beteiligte Werften / Hauptauftragnehmer


Die Definition wurde von den Werften Blohm + Voss AG, Bremer Vulkan Marineschiffbau GmbH, Howaldwerke - Deutsche Werft AG, Thyssen Nordseewerke GmbH unter der Leitung der Fa. Blohm + Voss gemeinsam durchgeführt, die sich hierzu zu einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE F 124) zusammengeschlossen haben.
Die Arbeitsgemeinschaft Fregatte Klasse 124, ARGE F 124 unter Führung der Fa. Blohm + Voss bietet aufgrund ihrer Kapazität, der technischen Leistungsfähigkeit und der Managementerfahrungen die Gewähr für eine erfolgreiche Abwicklung des Vorhabens. Die Firmenkonstellation hat sich bei dem Vorhaben F 123 bewährt.

6. Auftragnehmer für Entwicklungsanteile

APAR:


Auftragnehmer für die Entwicklung von APAR (Active Phased Array Radar) ist Fa. Signaal. Vertragspartner gemäß MoU sind die Niederlande und Kanada. Für DEU hat die Firma Daimler-Benz Aerospace AG (DASA) im Verhältnis der deutschen finanziellen Beteiligung einen Unterauftrag von Signaal erhalten.

AAW - System:

Die Entwicklung des Anti - Air - Warfare Systems wird mit den Niederlanden und Kanada unter einem gesonderten MoU vereinbart. Auftragnehmer ist die Firma Signaal in Kooperation mit DASA und DEBIS. Die Integration der US Softwareanteile zur Steuerung der Flugkörper SM - 2 und ESSM ist unter der entsprechenden Regierungsvereinbarung und dem Industrievertrag geregelt.

CDS - Software

Die Combat Direction System- Software wird in Verantwortung der ARGE F 124 entwickelt. Sie bedient sich dazu im Unterauftrag erfahrener Softwarefirmen, insbesondere der Fa. DASA und HSA, die auch an den Entwicklungen APAR und AAW - System beteiligt sind.

ESSM:


Die Entwicklung des Flugkörpers ESSM (Evolved Seasparrow Missile) erfolgt über das NATO – SEASPARROW Konsortium. Der Auftragnehmer wird das Funktionieren der definierten Schnittstellen garantieren. Der Flugkörper selbst ist eine Beistellung des ÖAG. Auf der Basis der Regierungsvereinbarung wurde nach konkurrenzierender Ausschreibung die Fa. "Hughes Missile Systems" (Tucson, Arizona) als Generalunternehmer für die Entwicklung ausgewählt. Der Vertrag zwischen der US - Navy als "Contracting Agency" des NATO SEASPARROW Konsortiums und dem Generalunternehmer ist rechtswirksam.Deutscherseits sind die Firmen RAMSYS, Diehl, BGT und DASA an der Entwicklung beteiligt.

7. Zeitplan


Der zeitliche Ablauf der Bauphase sieht nachfolgende Eckdaten vor:
Abschluß Bauvertrag am 15.06.1996 erfolgt
Abnahme 1. F 124 2002
Abnahme 2. F 124 2004
Abnahme 3. F 124 2005
(Abnahme 4. F 124 2006)

Die volle/uneingeschränkte Truppenverwendbarkeit soll mit der Fertigstellung der Einsatzsoftware und den mit dem ersten Schiff (ab 2002) durchzuführenden Erprobungs-/ Schießabschnitten ca 1 ½ Jahre nach Indienststellung erreicht werden.
In Abhängigkeit der Indienststellung der Fregatte Klasse F 124 ist die Außerdienststellung der Zerstörer Z 103B vorgesehen: 1. Einheit 1999, 2. und 3. Einheit ab 2002 abhängig vom jeweiligen materiellen Zustand der Einheiten.
Die AD-Stellung Z 103B erfolgt so, daß als Beistellung/zur Weiterverwendung vorgesehenes Material termingerecht für die jeweilige F 124 zur Verfügung steht.



Neue Referenzanlage für die „Sachsen"-Klasse

Leinen Los! 6/2003 jp/ws

Das Kommando Marineführungssysteme in Wilhelmshaven hat ein neues Erprobungs-, Ausbildung- und Programmierzentrum für die Fregatten der Klasse 124 („Sachsen"-Klasse) als so genannte „Referenzanlage" übernommen.
Das System umfasst die wesentlichen technischen Komponenten der Operationszentrale - das Herzstück eines Kampfschiffes - sowie Simulatoren der von dort gesteuerten Waffen und Sensoren. Mit dieser „Landstation" kann die Marine kostengünstig Bedien- und Instandsetzungspersonal aus- und weiterbilden, ohne auf die Schiffe der „Sachsen"-Klasse zugreifen zu müssen. Das gleiche gilt für die künftige Weiterentwicklung der an Bord eingesetzten Software und Verfahrensabläufe . Nach mehrjähriger Bau- und Erprobungszeit wurde die Referenzanlage durch den Stellvertreter Marinelogistik und Leiter der Übernahmegruppe Marine, Kapitän zur See Rudolf Kabiersch, und vom Leiter des Bauprogramms beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, Direktor Michael Herwig, übernommen und zur weiteren Nutzung an den Kommandeur des Kommandos Marineführungssysteme, Kapitän zur See Volkmar Nitsche, übergeben.
Die Bundeswehrplanung sieht im Moment vor, dass die Typ-Fregatte „Sachsen" voraussichtlich Anfang des vierten Quartals 2004 in Dienst gestellt werden soll. Die „Hamburg", die im Oktober erstmals zu Erprobungen in See geht, soll Ende 2004 folgen, die „Hessen" als letzte Fregatte wurde erst am 27. Juni 2003 in Emden getauft - soll Ende 2005 folgen.



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