Dienstflagge der Schiffe und Boote der Grenzbrigade Küste (DDR)

Taucherboote der DDR

Taucherfahrzeug LUMME




Im Zweijahrplan 1949/50 war unter anderem vorgesehen, im Rahmen der Gewässerbereinigung auch den Tollense - See bei Neubrandenburg einer Überprüfung zu unterziehen. Dort hatte sich während des Zweiten Weltkrieges die Torpedoversuchsanstalt Eckernförde, Abt. Neubrandenburg befunden. Es wurden Fünf Wracks von Torpedofangbooten unterschiedlicher Bauart (IBIS, FLAMINGO, KRANICH, HELGA,ADLER) sowie das Erprobungs- und Torpedofangboot LOMMEL gefunden. Dieses Boot war durch Sprengung und Öffnen der Seeventile von der eigenen Besatzung versenkt worden. Im April 1949 wurde das Wrack freigespült und danach gehoben. Die gerade gegründete Schiffswerft Rechlin übernahm die Säuberung, Konservierung und den Transport der LOMMEL nach Stralsund und die dortige Staatswerft (später Volkswerft) den Umbau zum Taucherboot.


Nach seiner Fertigstellung im Mai 1950 erhielt es den Namen LUMME. Es verblieb vorerst beim Wasserstraßenamt Stralsund und wurde als Tonnenkontrollboot zwischen Swinoujscie und Wismar eingesetzt. Zeitweise war es auch an die„Schiffsbergerei und Taucherei" Stralsund zur Unterstützung bei der Schrottbergung verchartert.
Ab Oktober 1950 führte die Seepolizei das Boot offiziell in ihrem Bestand. Die Besatzung wurde übernommen. Auch danach diente das Boot der Schrottbergung; unter anderem arbeitete es am Wrack des ehemaligen Schul-Linienschiffes der KM SCHLESIEN vor Swinoujscie.
Im November 1950 wurde es als das erste Fahrzeug des neu geschaffenen Bergungs- und Rettungskommandos in den Hafen Saßnitz verlegt. Es war zugleich das erste seegängige Fahrzeug, welches die Seepolizei in Dienst stellte.
Außer seinen Einsätzen wurde das Boot auch für die Ausbildung leichter und schwerer Taucher und als Schleppboot genutzt. Es wurde mehrfach umgebaut und teilweise modernisiert. So erhielt es 1951 in der Peenewerft Wolgast eine Funkanlage, 1956 einen Ladebaum mit 1,21 Tragfähigkeit und 1959 eine neue Maschinenanlage (Dieselmotor R.8VD 136 mit 300 PS).
1968 sollte im Interesse des Jagdgeschwaders 9 in Peenemünde/Karlshagen im Rahmen einer planmäßigen Instandsetzung der Umbau des Taucherbootes LUMME zum Flugsicherungsboot erfolgen. Die Peenewerft Wolgast führte dazu Untersuchungen durch, in denen sie nachwies, dass ein solcher Umbau einen unvertretbar hohen Aufwand an technischer und technologischer Vorbereitung erfordern würde.
Die Volksmarine musterte das Boot daraufhin als Taucherfahrzeug aus und nutzte es als Verkehrsboot der 6. Flottille in Dranske. Zeitweilig erhielt es aber mobile Technik der Luftstreitkräfte und diente in Kurzeinsätzen als Flugsicherungsboot.
Anfang 1971 wurde das robuste Boot nach mehr als 20jährigem Flotteneinsatz außer Dienst gestellt und verschrottet.

Taucherboot Typ TAUCHER Projekt 24


Da das Taucherboot LUMME Taucherarbeiten und die Ausbildung von Tauchern allein auf Dauer nicht erfüllen konnte, wurde bereits im Oktober 1952 ein Auftrag zur Entwicklung und zum Bau eines Taucherbootes an die Yachtwerft Berlin übergeben.Die Werft war aber zu dieser Zeit mit dem Reparationsprogramm (bis Ende 1952 Bau von 152 17m-Kuttern) und dem Bau der KS-Boote (26m- und 27,8m-„Seekutter") ausgelastet. Sie versuchte deshalb, einen Fischkutter (Holz in Kompositbauweise) des laufenden Programmes zu einem Taucherboot zu modifizieren. Das im April 1953 auf dieser Basis als Technisches Projekt mit den Abmessungen 19,6 m / 5,2 m / l ,6 m und einem DN = 41 t entwickelte Boot wurde von der Volkspolizei-See abgelehnt. Sie forderte ein größeres Boot und ließ deshalb das vorliegende Projekt in der Yachtwerft nicht weiter bearbeiten.
Die Dokumentation übernahm das Zentrale Konstruktionsbüro Wolgast. Von dort kam Ende 1953 der Vorschlag, auf die Projektentwicklung zu verzichten. Um eine Typenvielfalt mit einer großen Anzahl von Spezialfahrzeugen bei einer so kleinen Flotte von Anfang zu verhindern, sollte der 1952 in Dienst gestellte Reedeschlepper 501/1 zusätzlich mit einer Tauchereinrichtung ausgerüstet werden.
Auch diesen Vorschlag lehnte die Volkspolizei-See ab, und das Zentrale Konstruktionsbüro Wolgast erhielt erneut den Auftrag zur Entwicklung eines „100tTaucher- und Feuerlöschbootes".
In der Taktisch-technischen Aufgabenstellung wurde als Zweckbestimmung für das Taucherfahrzeug gefordert:
- Ausführung von Taucherarbeiten in Häfen und Küstengewässern selbständig oder im Bestand von Bergungsgruppen,
- behelfsmäßiger Einsatz für Schleppfahrten und bis zu mittleren Eisverhältnissen als Eisbrecher;
- Aussattung mit Einrichtungen zur Bekämpfung von Schiffsbränden und mit einer Bergungspumpe.

Das führte letztlich zu der Entscheidung, den bei der Warnowwerft Warnemünde in Bau befindlichen Seiner-Schlepper Typ SCHOLLE als Grundtyp zu verwenden. Um Projektierungsstunden einzusparen und um eine weitgehende Einheitlichkeit beider Projekte zu erzielen, übernahm das ISW alle Unterlagen vom Seiner-Schlepper SCHOLLE aus der Warnowwerft Warnemünde.

Die notwendige Spezialausrüstung, u.a. eine stationäre Taucherdruckkammer im Deckshaus, wurde in dem Projekt zusätzlich angeordnet, ohne dessen Aussehen wesentlich zu verändern. Dadurch besitzen beide Projekte - das ursprüngliche und das neue - eine sehr große Ähnlichkeit.
1958 begann in der Peenewerft Wolgast der Bau von zwei Taucherbooten TAUCHER l und TAUCHER 2 Projekt 24. 1959 wurden sie von den Seestreitkräften in Dienst gestellt.
TAUCHER l war bis März 1981 im Einsatz und wurde dann verschrottet.
Taucher 2 verblieb nach einer Hauptinstandsetzung in der Peenewerft Wolgast bis zur Auflösung der Volksmarine weiter im Flottendienst. Da eine Übernahme durch die Bundesmarine nicht vorgesehen war, ging 1990 das Boot TAUCHER 2 Projekt 24/2 an einen privaten Nutzer.

Hallo Herr Stokowski,


ich hatte vor ca. einem 3/4 Jahr einmal nach historischen Bildern für meinen Nachbau der Taucher I angefragt, und von Ihnen auch netterweise eine email mit einem Seitenriss und einer Draufsicht der Taucher II bekommen, sowie dem Hinweis auf die Homepage des Museumsvereins Peeemünde e.V. , nun ist das Modell fertig und ich möchte mich auf diesem Wege nochmal für die Hilfe bedanken. Desweiteren möchte ich Ihnen die Bilder meines fertigen Modells, (bzw. Baustufenbilder.....Modellmaßstab 1:33...P.S.: Druckkammer ist mittlerweile natürlich auch lackiert ;-))) auch nicht vorenthalten.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Hönl - Rödermark

Für Fragen an Stefan Hönl;

E-Mail:

info@modellkunst.de

(TAUCHER I Modell Maßstab-1:33; Fast fertiger Aufbau links) (TAUCHER I Modell Maßstab-1:33; Lackierter Rumpf - Taucherdruckkammer im Rohbau) (TAUCHER I Modell Maßstab-1:33; Fast fertiggestellter TAUCHER 1)

Doch was wurde aus dem Taucherboot 2 bis heute?

Lesen Sie dazu folgende Beiträge aus verschiedenen Zeitungen, die mir freundlicherweise der jetzige Kommandant des Taucherbootes 2, Herr Axel Dietrich, zusendete. Er schrieb mir dazu folgende Zeilen:

Sehr geehrter Herr Stokowski,
meine Hochachtung und Anerkennung für die Gestaltung Ihrer Marineseiten. Sehr informativ! Der Stellenwert der ehemaligen Volksmarine freut mich auch. Vielleicht ist die Rückführung eines ehemaligen Hilfsschiffes der Volksmarine, des Taucher II, für Sie interessant. Würde mich sehr freuen.
Zu Ihrer Information: Es hat sich am 12.08.2002 - dem Indienststellungsdatum des Taucher II (Zufall) - der

Museumsschiffsverein Peenemünde

gegründet.
Ziel ist neben der Bewahrung des maritimen Brauchtums, völkerverbindend und jugendgerecht zu arbeiten. (siehe Satzung)

(Satzung des Museumsschiffsverein Peenemünde Teil 1) (Satzung des Museumsschiffsverein Peenemünde Teil 2) (Satzung des Museumsschiffsverein Peenemünde Teil 3)

Neben dem Aufbau einer maritimen Ausstellung in Peenemünde (Historie der 1. Flottille der Volksmarine) sollen maritim-thematische, die alle Bereiche der Seefahrt betreffen können, als Saisonausstellung integriert werden. Dabei spielen ehemalige Schiffe (Anfang ist Taucher II), die auch wirklich noch fahren eine besondere Rolle. Mittelfristig wird dabei an weiteren Objekten gearbeitet (siehe Presse).Kontaktadresse des Museumsschiffsvereins Peenemünde: Axel Dietrich, Zum Hafen 4, 17449 Peenemünde, Tel. & Fax 038371-21464

E-Mail vom Museumsschiffsverein Peenemünde

Der Sitz ist übrigens das ehemalige Wachgebäude der 1. Flottille in Peenemünde, beherbergte früher den OvD und die Wachkompanie. Für angetrunkene Matrosen, Maate und Offiziere standen die berühmt-berüchtigten Knastzellen zur Verfügung. Heute ist die "Alte Wache" eine maritime Buchhandlung mit Traditionsgaststätte, Fischräucherei und Ferienwohnungen.

(Alte Wache in Peenemünde)

In der Anlage Taucher II beim Schlepp des in Peenemünde liegenden russischen U-Bootes am 22.12.1998 (Heckschlepper).
Mit freundlichem Gruß
Axel Dietrich

( Taucher 2 vor Gibraltar ; 1180 x 1768 Pixel; 300 DPI )

(Ostsee - Zeitung vom 05.09.2002 ; 488 x 417 Pixel; 75 DPI) (Usedom - Kurier vom 05.09.2002 ; 462 x 680 Pixel; 75 DPI) (Französischer Zeitungsartikel aus Brest vom 17.09.2002 ; 423 x 558 Pixel; 75 DPI) (Hier die Übersetzung des französischen Berichts aus Brest vom 17.09.2002 ; 485 x 571 Pixel; 75 DPI) (Insel - Zeitung vom 30.09.2002 ; 811 x 493 Pixel; 75 DPI) (Ostsee-Zeitung vom 02.10.2002 ; 770 x 454 Pixel; 75 DPI) (Ostsee - Anzeiger vom 09.10.2002697 x 620 Pixel; 75 DPI) ( Aus See und Hafen Seite 20 vom 09.10.2002 ; 462 x 680 Pixel; 75 DPI)

( Taucher 2, in der Bildmitte,beim Schleppen ; 1200 x 808 Pixel; 300 DPI ) (Taucher 2 beim Schleppen eines U-Bootes 1200 x 692 Pixel; 300 DPI ) ( Taucher 2 vor Gibraltar; 1200 x 900 Pixel; 96 DPI ) ( Taucher 2 vor Gibraltar ; 1200 x 900 Pixel; 96 DPI ) ( Taucher 2  ; 1022 x 720 Pixel; 150 DPI ) ( Taucher 2  ; 1024 x 719 Pixel; 150 DPI ) ( Taucher 2 in der Abenddämmerung ; 1024 x 719 Pixel; 150 DPI )

Volksmarine der DDR Teil 1

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Volksmarine der DDR Teil3

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