Teil 1


Hier finden Sie Bilder und Textbeiträge von folgenden Zerstörern der Deutschen Marine:

ZERSTÖRER Z 1 ZERSTÖRER 2 ZERSTÖRER 4 ZERSTÖRER 5 ZERSTÖRER 6 HAMBURG
D 170
D 171
D 178
D 179
(D 180)
(D 181)


Folgende Musik hört Ihr im Hintergrund: Seemannslieder Medley; Marinemusikkorps Ostsee ; unter der Leitung von Fregattenkapitän Manfred Peter


Zu beziehen über Marinemusikkorps Ostsee - Greifswalderstraße 14 - 24106 Kiel, Tel: 0431 - 3842402, Fax: 0431 - 3842444

(BILD Nr.: 5) ZERSTÖRER Z1 / D 170, (erste Bezeichnung: ANTHONY/DD 515) Das Bild zeigt erstes Aussehen des Zerstörers. Die ZERSTÖRER 1-6 wurden 1958 bis 1960 im Rahmen des amerikanischen - Military Assistence Programm - von 1958 an als Leihgabe für zunächst fünf Jahre von der deutschen Marine übernommen. Die Leihfrist wurde verlängert, und nachdem die ZERSTÖRER 1 und 6 schon relativ früh aus der Liste der Kriegsschiffe der U.S. Navy gestrichen worden waren, folgten die restlichen vier Einheiten im Oktober 1974. Diese wurden 1976 endgültig von der Bundesrepublik angekauft, Stückpreis etwa 375 000 DM.

Fregattenkapitän Trummer stellen Sie Z l in Dienst, ordnete Staatssekretär Dr. Josef Rust als höchster Repräsentant des Bundesverteidigungsministeriums am 17. Januar 1958 in Charleston an. Um 17.37 Uhr erfolgte die erste Flaggenparade unter deutschem Kommando.
Vieles an Bord dieses innerhalb von sechs Monaten von den Bath Iron Works 1942 erbauten Schiffes war für deutsche Verhältnisse ein Novum: Es begann mit der Operationszentrale (OPZ) und ihrem verwirrenden elektronischen Klavier, ging über das 60-Mann-Deck bis zu den beiden WC-Batterien mit je fünf offenen Sitzen. In 31 Nationen der Welt dampften insgesamt 642 Zerstörer dieser FLETCHER-Klasse, die sich durch Kampfkraft, Robustheit und hohe Geschwindigkeit auszeichnete. Mit 60.000 Turbinen-PS erreichten ihre Einheiten 35 Knoten. Vier 127-mm-, sechs 76-mm-Kanonen und fünf Torpedorohre bildeten neben U-Jagd-Waffen die Armierung. Nach Abschluss der Regierungsverhandlungen über die leihweise Abgabe von sechs Zerstörern von der US-Marine an die im Aufbau befindliche deutsche Flotte begannen im April 195 7 in den USA die Arbeiten zur Neu-Ausrüstung der stillgelegten Einheiten.
Dazu gehörte auch die ANTHONY, die vorübergehend Z l und wenig später D 170 genannt werden sollte. Auf eine Namensgebung verzichtete die Bundesmarine für diese gepumpten Pötte ganz bewusst. Ihre Leihgebühr belief sich auf fünf Millionen Dollar. Da Betriebsanleitungen und Typunterlagen nicht mehr aufzutreiben waren, mussten alle entsprechenden Papiere selbst erarbeitet werden - ganz zu schweigen von den schwierigen Umsetzungen der Fachbezeichnungen in die deutsche Sprache, ohne die Ersatzteile in den amerikanischen Depots nicht zu finden waren.
Im Juli 1957 traf nach 20-stündigem Flug in der braven DC-6 B ein weiterer Personaltransport aus der Heimat in Charleston ein. Ihr Schiff lag noch immer wie ein gerupfter Hahn an der Pier, ohne Masten, Antennen, Bewaffnung und Elektronik – ein schwimmender Torso. Rund um die Uhr musste geschuftet werden. Im Gegensatz zur deutschen Bordpraxis, dem ständigen Leben auf dem vertrauten Untersatz, kannten die Amerikaner den Begriff einer wenn auch noch so bescheidenen Wohnlichkeit auf Zerstörern nicht. Ihre Einheiten fungierten als reine Kampfinstrumente für die Dauer eines Einsatzes. Anschließend stieg die Crew aus und nahm Wohnung an Bord eines der mächtigen Zerstörer-Tenders. Also musste sich „Hein Seemann" auf dem FLETCHER besonders dünn machen. Im 60-Mann-Deck ganz achtem blieb es ähnlich eng wie bei den Portepee-Unteroffizieren (sechs bis neun Mann in einer Kammer) und den Offizieren. Außer dem Ersten Offizier mussten sich zwei bis drei Messemitglieder einen Raum teilen. In der l. Division waren die Seeleute und das Artilleriepersonal, in der 2. die Heizer und in der 3. die Femmelder, Elektroniker und Sanitäter zusammengefasst.
Am 22. Januar 1958 machte das Schiff seeklar. Mister Locwood, altbefahrener Marine-Lotse, meldete sich an Bord, staunte über die inzwischen vollzogenen Umbauten und gab dem Rudergänger die ersten Anweisungen. Z l drehte den scharfen Bug seewärts, lief genau auf ein Schwimmdock zu, missachtete alle Befehle an die Rückwärtsturbine und kam um Zentimeter gerade noch klar am Dock vorbei: „Zustand" auf der Brücke! Selbst Mr. Locwood vergaß für Bruchteile von Sekunden sein Kaugummi. Doch dann begann der Einfahr-Stress auf allen Stationen. Die Pier 7 A wurde zur neuen Heimat des Flottenjünglings, dessen Crew nichts erspart blieb, bis die Abschlussarbeiten in Portsmouth/Virginia beendet waren. In Norfolk erfolgte die Munitionsübernahme, dann marschierte Deutschlands erster Nachkriegs-Zerstörer in die ferne Heimat.
Am 27. April machte er in Kiel fest. Alles, was Rang und Namen hatte, stellte sich ein. Das Hauptinteresse galt der OPZ, von der man sich wahre Ortungswunder versprach. D 170 nahm an zahllosen Manövern und Übungen teil, bewährte sich als schier unverwüstliches Seeschiff, glänzte bis zum letzten Dienstjahr durch seine hohe Geschwindigkeit. Am 4. Oktober 1971 begann das Marinearsenal Kiel mit den Vorbereitungen zur Außerdienststellung, die am 17. März 1972 erfolgte. 1978 wurde die Hulk in die Souda-Bucht geschleppt, um als Zielschiff für HARPOON-Flugkörper-Versuche zu dienen. Am 16. Mai 1979 sank der alte Recke durch einen Torpedotreffer, den ihm übungshalber U-29 beigebracht hatte.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14

Folgende Bilder stellte mir freundlicherweise der ehemalige Mariner Ernst Thole zur Verfügung. Er fuhr von 1961 - 1973 auf den Fletcher Zerstörern 1, 2, und 3 als E-Mixer, anschliessend auf den Schiffen der Bundesmarine SMS URANUS, AE SCHWARZWALD und dem Troßschiff FREIBURG. Danach betätigte sich Herr Ernst Thole bei der Wasserschutzpolizei in Niedersachsen. Die Bilder von dem Zerstörer Z1 sind dem Buch von Egbert Thomer "Z 1" erschienen im Mönch - Verlags GmbH, Koblenz/Bonn entnommen. In dem Buch wird unter anderem der Ablauf einer Rettungsaktion 1965 anläßlich einer Notwasserung eines amerikanischen Frühwarnflugzeuges vor den Georges Banks im Nordatlantik geschildert, geborgen wurden seinerzeit 3 Überlebende und 5 Tote.


(Zum ersten Male mit der neuen Kennung Z 1. Wenige Tage vor der Indienststellung in Charleston.) (Blick ins 60 -Mann- Deck von Z 1) (17. Januar 1958; Heiß Flagge und Wimpel! Z 1 an der Pier von Charleston) (Offiziere von Z 1 besichtigen US - Lenkwaffenzerstörer) (An bord von US-Träger WASP, vierter von links Z 1 Kommandant Fregattenkapitän Trummer ) (S 131, Zerstörervorgänger aus dem Baujahr 1904/05; 64,40 m lang; 482 ts) ( G 10, der Reichsmarine. Nach Umbau 1928/31; 76,10 m lang; 884 ts) (Zerstörer Z 1; LEBERECHT MAASS; Baujahr 1934/37; 119,30 m Lang; 3156 ts; 70000 PS) (Blick in die Op.Z. Im Vordergrund Feuerverteilungskonsole für die 76 -mm- Flugabwehr - Kanonen) (Fünferrohrsatz der Torpedowaffe) (Zerstörerback mit den Türmen Alpha und Bravo) (Feuererlaubnis; 76 -mm- Flack schießt scharf) (Luftzieleintragung auf dem Plott) (Hauptfahrstand mit Manöverventilrädern, links die Rückwärtsturbine) (Highline - Stuhl; umsteigen von Schiff zu Schiff) (Hochbetrieb auf dem Steuerstand) (Ölversorgung in See: Tanker marschiert auf Parallel - Kurs mit. Z 1 lutscht sich voll) (Navigation mit Decca - Karte. Jeder Winkel auf der engen Brücke wird ausgenutzt.) (Gefechtsalarm: Hauptfahrstand im Manöver.) (Feuerleitradar für die 127 -mm- Batterie, darüber Luftziel - und Frühwarnradar.) (Bundespräsident Lübke im Gespräch mit Zerstörermännern.) (Z 1 dampft auf zum Manöver.) (Zielrichtsäule an Backbordseite für 76 -mm- Flack.) (Flack klar zum Feuern) (Batterie Haaalt! Kartuschen werden weggeräumt.) (Der Smutje versteht sein Handwerk: pro Nase einen halben Gummiadler - Hänchen -) (Ersatzteillager auf Z 1) (Die Kantine ist geöffnet.) (Scharfe Bügelfalten aus der Maschine und WC - Batterie) (Fregattenkapitän Hänert hält Manöverkritik in der O-Messe) (Ankern vor Spaniens Küste) (Französischer Befehlshaber an Bord) (Unter Sonnensegeln in Las Palmas) (Ein Sonnenbad im Atlantik) (Zerstörer - Geschwader vor Ponta Delgada - Azoren) (Leutnant Witcher - links -,einer der von dem deutschen Zerstörer Z 1 im Westatlantik geretteten amerikanischen Piloten, bedankt sich in Boston (USA) beim Kommandanten des Zerstörers, Fregattenkapitän Jürgen Goetschke - rechts -; der ebenfals gerettete Flieger Burles - zweiter von rechts - und der deutsche Matrose Klaus Grumeke, der zur Mannschaft des Rettungsbootes gehörte.) (Z 1 und die WASP - Nebellage entspannt.) (Fregattenkapitän Goetschke in der Brückennock.) (Abteilungsplan Längsschnitt Zerstörer 1 - US-Leihzerstörer der DD-445 - Klasse) (Querschnitt Z 1) (Z 1 läuft Höchstfahrt mit steiler Hecksee) (Haushoch steigt die See ein) (Leutnants - Kammer auf Z 1) (Wasserbomben - Detonation: Donnergrollen bis in den tiefen Meereskeller.) (Blick auf Rettungsinseln und Minenschienen.) (Zu hause im eigenen Revier: Z 1 vor Kiel) (Arzt und Lazarett) (Fregattenkapitän Gaude, alter Fahrensmann auf Fletscher - Planken) (Auslaufen in der Abendsonne) (Krake vom Dienst beobachtet den Schiffsverkehr) (P - 6 hält Fühlung und veranstaltet Richtübungen) (Z 2 und Z 3) (Z 4 und Z 5) (HAMBURG - D183 - und SCHLESWIG - HOLSTEIN - D182 -)(BAYERN - D 183 und HESSEN - D 184 -) (LÜTJENS - D185 - und MÖLDERS - D 186 -) (Zerstörer ROMMEL - D 187 -)


(BILD Nr.: 6) ZERSTÖRER Z1, letztes Aussehen; Die Schiffe erhielten keine Namen und wurden mit den Ziffern 1-6 durchnummeriert. 1960 hießen sie dann amtlich ZERSTÖRER 1 usw. - Nur der ZERSTÖRER 1 führte anfangs die Kennung (Z 1). Vor Übergabe an die deutsche Marine Modernisierungsmaßnahmen in den USA: Ausbau des fünften 127-mm-Geschützes, aller 20-mm-Flak und der vorderen 533-mm-TR-Gruppe. Dafür aufstellung von 76,2-mm-Flak. Die Navigationsanlagen wurden auf deutsche Geräte umgestellt, die Elektronik verbessert und der ursprüngliche Pfahlmast durch einen Dreibeinmast ersetzt. Die Umbaukosten je Schiff betrugen ca.5 Mio.Dollar. Mit dem 10. Juli 1958 genehmigte der U.S.- Kongreß die Abgabe weiterer acht Leihzerstörer. Davon wurde jedoch kein Gebrauch gemacht.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 7) ZERSTÖRER Z1 / D 170 im Herbst 1958 in Kiel mit erster Kennung; Im Verlauf der Dienstzeit in der deutschen Marine wurden die Schiffe im Rahmen normaler Werftzeiten weiteren Änderungen unterzogen: Umgestaltung der Brücke durch Vergrößerung und Wegfall der offenen Brücke (bei allen 6 Schiffen jedoch unterschiedlich im Aussehen). Aufstellung von U-Abwehr-Torpedorohren. Die ZERSTÖRER 2, ZERSTÖRER 3 und ZERSTÖRER 4 erhielten an der Rückseite der Brücke eine kleine Hütte. Anfang der 60er Jahre erfolgte auf dem Zerstörer 4 die Umrüstung auf zwei 40-mm-Flak L/70 in Einzellafette, die an Stb- und Bb-Seite befindlichen 76,2-mm-Flak kamen von Bord.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 8) ZERSTÖRER 2 / D 171 im September 1977 mit abgebauten Torpedorohren ; Die geplante Umrüstung gleicher Art auf ZERSTÖRER 5 und ZERSTÖRER 6 wurde rückgängig gemacht und der ZERSTÖRER 4 1962 wieder rückgerüstet. 1974 erhielt der ZERSTÖRER 4 zu Versuchszwecken ein komplettes Modul mit einem 76-mm-Oto-Melara-Turm auf der Position des achteren 76,2-mm-Flak-Zwillings. Wiederausbau im Frühjahr 1975. Die 76,2-mm-Flak kam nicht wieder an Bord. Ab 1973 wurden auf allen Schiffen die TR-Gruppen ausgebaut. Da der Drehkranz an Bord verblieb, wurde die Lücke durch einen Laufgang überbrückt.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 9) ZERSTÖRER Z1 / D 170 am 8. Juli 1959 einlaufend 1. Einfahrt in Wilhelmshaven ; U.S.Navy: 26. Februar 1943 i. D. als ANTHONY/DD 515. Einsatz im Pazifik. Am 17. April 1946 a. D. und Reserveflotte. Vom 29. April 1957 bis Januar 1958 Grundüberholung und Modernisierung in der Marinewerft Charleston. Übergabe an die deutsche Marine: 17. Januar 1958, i. D. als ZERSTÖRER 1 (Z1). Mit Indienststellung: 1. Zerstörergeschwader. Erste Probefahrt am 22. Januar 1958, Auslaufen USA am 31. März 1958, Einlaufen Bremerhaven am 14. April 1958, Ankunft Kiel am 27. April 1958. Am 31. März 1967 a. D. : Grundüberholung. Am 19. August 1968 erneut i. d. : 3. Zerstörergeschwader. Am 17. März 1972 a. D., Rückgabe an die USA, am 15. April 1972 aus der Liste der Kriegsschiffe der U.S. Navy gestrichen und der deutschen Marine als Materialreserve überlassen, Auflieger Marinearsenal Kiel. Am 30. Mai 1978 über die VEBEG zum Verkauf angeboten, jedoch am 9. Juni 1978 im Schlepp-Helgoland- und -Norderney- ins Mittelmeer verlegt. Vom 30. Juni bis 21. Juli 1978 Zielschiff für deutsche Marineflieger, dabei dreimaliger Beschuß mit Fk KORMORAN: Ein Durchschuß / Blindgänger, zwei Volltreffer. Am 16. Mai 1979 um 10 Uhr 15 durch Torpedofangschuß von U 29 getroffen und nach 18 Minuten gesunken. Verdrängung als Zielschiff: 1783,5 t, Tiefgang vorn 3,23 m, Mitte 3 m, hinten 2,7 m.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 10) ZERSTÖRER 4 / D 178 am 18.November 1960 an der 1.Einfahrt in Wilhelmshaven ; U.S. Navy: 8. Dezember 1942 i. D. als CLAXTON/DD 571. Einsatz im Atlantik und Pazifik. Am 18. April 1946 a. D. und Reserveflotte. Ab 1959 Grundüberholung und Modernisierung in der Marinewerft Charleston. Übergabe an die deutsche Marine: 15. Dezember 1959, i. D. als ZERSTÖRER 4 (D 178). Mit Indienststellung: 3. Zerstörergeschwader. Am 1. Oktober 1974 aus der Liste der Kriegsschiffe der U.S. Navy gestrichen. Ab 31. Dezember 1980 außer Fahrbereitschaft. Am 12. Februar 1981 Griechenland zugesprochen und auslaufend Kiel. Am 26. Februar 1981 in Griechenland a. D., Übernahme durch griechische Marine als Materialersatzteilträger. Im Juni 1992 zum Abbruch nach Elevsis.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 11) ZERSTÖRER 4 / D 178 im März 1975 in Kiel. Auf der Hütte achtern eine aufgestellte Funktionseinheit 76-mm-OTO-Melara für Erprobungen.
Typ / Schiffbau: Zerstörer, Klasse 119. Zugehörig zur amerikanischen FLETSCHER-Klasse (I.Gruppe), erbaut nach Entwürfen von Gibbs & Cox, New York. Erteilung Bauaufträge am 9. September 1940 aufgrund Erweiterungsgesetz (Act of Congress 757 and Public Law 757) vom 19. Juli 1940. Die Bauaufträge für ZERSTÖRER 1 bis ZERSTÖRER 3 ergingen bereits am 19. April 1940, die der anderen drei am 4. September 1940. Stahlbau (XV Abteilungen). Seitenhöhe 6,92 m. Vermessungen: ZERSTÖRER 1 = 2225,8 BRT ; 742,7 NRT. ZERSTÖRER 2 = 2241,87 BRT ; 746,62 NRT. ZERSTÖRER 3 = 2239,98 BRT ; 746,82 NRT. ZERSTÖRER 4 = 2240,92 BRT ; 743,51 NRT. ZERSTÖRER 5 = 2241,34 BRT ; 745,88 NRT.
Maschinenanlage: Zwei Satz General - Electric - Getriebeturbinen mit je 30 000 PS/22080 kW ; vier Babcock - Wilcox - Wasserrohrkessel mit Überhitzerteil und natürlichem Umlauf (Betriebsdruck 42,2 atü, Dampftemperatur 250 Grad Celsius, mit Überhitzer 450 Grad Celsius, Dampfleistung 50 t/h). E - Anlage: zwei Turbogeneratoren mit je 350 kW, ein Dieselgenerator mit 192 PS/141 kW/135 kVA (bis 1961 befand sich ein Dieselgenerator amerikanischen Ursprungs mit 145 PS/107 kW/60 kVA an Bord, der - beginnend mit ZERSTÖRER 1 - gegen ein deutsches Modell ausgewechselt wurde). Zwei dreiflügelige Schrauben mit je 3,50 m durchmesser. Ein Ruder.
Waffenanlage: Vier 127-mm-Kanonen L/38 Mk XII in Einzeltürmen. Sechs 76,2-mm-Flak L/50 Mk XXII in Doppellafetten. Fünf 533-mm-TR in Fünfergruppe. Zwei 533-mm-Einzel-UTR. Zwei U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG. Eine Wasserbombenablaufbühne. Minenzuladung möglich.
Führungsmittel: Navigation mit Funkpeiler und Radar KH 14/9 ; Luftraum-/Seeraumüberwachung mit Radar AN/SPS-56 B, AN/SPS-10 D ; ECM mit Tracer, AN/BLR 1, AN/SLA 2, AN/WLR 3 ; Waffenleit mit MK 37 und Radar Mk 25 und Mk 56 für Hauptartillerie, Mk 63 für 76,2-mm-Flak und Mk 5 ; Sonar: AN/SQS 30.
Ausrüstung: Ein Motorkutter, 17 Rettungsinseln, Schlauchboote, zwei Buganker in Seitenklüsen. MES.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 12) Wilhelmshaven am 13. November 1972: Orkan. An der Aussenmole des Vorhafens die ZERSTÖRER 4 / D 178 und 3 / D 172 mit Rommel (D 187= LÜTJENS - Klasse).Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 13) ZERSTÖRER 5 / D 179 eingedockt ; U.S. Navy: 30. Dezember 1942 i. D. als DYSON/DD 572. Einsatz im Atlantik und Pazifik. Am 31. März 1947 a. D. und Reserveflotte. Ab 1959 Grundüberholung und Modernisierung in der Marinewerft Charleston. Am 17. Februar 1960 Übergabe an die deutsche Marine: 23. Februar 1960, i. D. als ZERSTÖRER 5 (D 179). Mit Indienststellung: 3. Zerstörergeschwader. Am 9. Juni 1960 Überfahrt nach Deutschland. Am 30. September 1966 a. D.: Grundüberholung. Am 26. September 1968 erneut i. D. : 3. Zerstörergeschwader. Am 1. Oktober 1974 aus der Liste der Kriegsschiffe der U.S. Navy gestrichen. Am 7. / 8. Juli 1975 während einer Werftliegezeit im Dock achtern von den Pallen gerutscht, leichte Schäden. Mit dem 1. Juli 1981 dem 1. Zerstörergeschwader zugeteilt. Ab 31. Dezember 1981 außer Fahrbereitschaft und Griechenland zugesprochen. Auslaufen Kiel am 8. Februar 1982 über Brest (11. / 12. Februar), Lissabon (15. / 17. Februar) und Palma de Mallorca (21. Februar).Beim Anlegen in Palma de Mallorca ein griechisches Tankschiff leicht gerammt. Ankunft in der Suda-Bucht am 23. Februar 1982 und a. D. am 26. Februar, zugleich Übernahme durch griechische Marine als Materialersatzteilträger. Im Juni 1992 zum Abbruch nach Elevsis.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 14) ZERSTÖRER 6 / D 180 im Dock der NDL- Werft Bremerhaven am 17. Januar 1967. Durch ein schadhaftes Fahrventil der Turbinenanlage setzte sich das Schiff beim Probedampfen in Bewegung und rammte einen Schwimmkran und dieser wiederum die Fregatte KARLSRUHE F 223. ; U.S. Navy: 24. November 1942 i. d. als CHARLES AUSBURNE / DD 570. Einsatz im Atlantik und Pazifik. Am 18. April 1946 a. d. und Reserveflotte. Ab 7. Januar 1948 eingemottet. Ab 1959 Grundüberholung und Modernisierung in der Marinewerft Charleston. Übergabe an die deutsche Marine: 12. April 1960, i. D. als ZERSTÖRER 6 (D 180). Mit Indienststellung: 3. Zerstörergeschwader. Am 19. Juli 1960 Marsch nach Deutschland, am 18. August 1960 einlaufen Flensburg. Am 16. Januar 1967 während Werftliegezeit bei Dampfprobe durch schadhaftes Fahrventil einer Turbine durch Vorausfahrt Kollision mit davor liegendem Schwimmkran, der seinerseits das Heck der Fregatte KARLSRUHE (F 223) beschädigte. Am 1. Dezember 1967 aus der Liste der Kriegsschiffe der U.S. Navy gestrichen, am 15. Dezember 1967 a. D. und verbleib in Deutschland als Materialersatzteilträger. Auflieger Marinearsenal Kiel. Nach Ausschlachtung am 9. Oktober 1968 Verkauf des Schiffskörpers über die VEBEG an Fa. Harmsdorf, Lübeck. Dort verschrottet. Ab Mai 1971 wurden die demontierten und ausgebauten Aufbauten und Maschinenanlagen bei HDW, Kiel, verschrottet.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 5 bis Bild 14


(BILD Nr.: 16) HAMBURG-Klasse, erstes und letztes Aussehen;
Abgesehen von den sechs amerikanischen Zerstörern der FLETSCHER-Klasse, die der neu entstandenen deutschen Marine leihweise überlassen worden waren,war die neue Marine von Beginn an bestrebt, ihrerseits Zerstörer eigener Konstruktion zu bauen.
Diesem Vorhaben stellten sich erhebliche Schwierigkeiten in den Weg: Seit dem Kriegsende 1945 waren mehr als zwölf Jahre vergangen, in denen in Deutschland keine Kriegsschiffe dieser Größenordnung mehr gebaut worden waren. (Mit Genehmigung der westlichen Besatzungsmächte durften lediglich Schnell-und Räumboote für ausländische Marinen gebaut werden.) Deutschland selbst besaß keine Marine mehr.
Die Deutsche Industrie, und auch die Schiffbauindustrie, waren aufgrund der Nachkriegserfahrungen keinesfalls mehr gewillt, erneut für die Rüstung tätig zu werden.
Ein Großteil deutscher Werften, die traditionell mit dem Kriegsschiffbau beschäftigt gewesen waren,standen durch den Verlust der deutschen Ostgebiete nicht mehr zur Verfügung.
Die verbliebenen deutschen Werften waren voll ausgelastet mit dem Neuaufbau der deutschen Handelsflotte, die in ihrer Größe ebenfalls gewissen Beschränkungen unterlag.
Trotzdem kam es schon sehr früh zu Verhandlungen zwischen dem BMVg und BWB einerseits und einzelnen deutschen Werften andererseits. Eine der ersten Besprechungen datierte vom 19. April 1956. Beteiligt waren das BMVg/BWB und die Werft A.G.Weser, Bremen. Geplant waren acht Zerstörer und die Planung sah wie folgt aus:

(Planung von acht Zerstörer 505 x 276 Pixel )
Um die vorgegebenen Termine zu drücken, d.h. die Schiffe früher zu erhalten, erwog man, eine weitere Werft als Nachbauwerft anzusetzen, und zwar für die letzten drei Einheiten. Hierfür waren vorgesehen: Howaldtswerke Kiel oder Howaldtswerke Hamburg. Folglich ergab sich für die letzten drei Zerstörer die Terminisierung:

(Terminisierung 505 x 113 Pixel )

Falls die Nachbauwerft ebenfalls zwei freie Hellinge hätte, würde sich die Ablieferung sogar nochmals nach vorne verschieben, und zwar:

(Verschiebung des Abliefertermins 505 x 93 Pixel )
Damit die A.G.Weser schnell disponieren konnte, forderte sie, den Auftrag für die ersten fünf Einheiten zu forcieren.
Die Daten der geplanten Zerstörer waren wie folgt:

(Daten der geplanten Zerstörer 505 x 250 Pixel )
Aber auch andere Werften kamen ins Gespräch: Am 26. September 1956 die Werft H.C.Stülcken Sohn, Hamburg. Diese bot an, drei Einheiten selbst zu bauen, und weitere fünf an eine Nachbauwerft zu vergeben. Hierbei sollte es sich allerdings um eine werfteigene Konstruktion handeln. Der Entwurf sollte am 15. Juni 1957 fertig sein, als Baubeginn wurde der 15. Juni 1958 vorgeschlagen. Im einzelnen:

(Weitere Daten 505 x 214 Pixel )
Hinzu kam ein Ausbildungsschiff DEUTSCHLAND: Konstruktion Stülckenwerft, jedoch Baubeginn erst, nachdem die ersten beiden Zerstörer fertig waren (ca.Februar 1962) und nach Fertigstellung weitere drei Einheiten (ca. Februar 1963). Dieser Bauauftrag ging dann an die Werft Nobiskrug, Rendsburg. Es gab in der Folgezeit weitere intensive Besprechungen und Verhandlungen mit diesen Werften, bei denen es insbesondere um die zu wählende Antriebsart und -anlage ging sowie um die zu installierende E-Anlage. Vorgeschlagen wurde die sogenannte Illies-Schichau-Konstruktion (IS-Anlage), die bei Kriegsende für die Flottentorpedoboote ab T 44 vorgesehen war, die vom damaligen Ing.-Offizier (und späteren Professor) Kptlt Illies in Zusammenarbeit mit der Schichauwerft entwickelt worden war und sich im Gegensatz zur normalen Hochdruckheißdampfanlage durch einfachere Bedienung, einfachere Konstruktion, größere Betriebssicherheit und geringeren Reparaturumfang auszeichnete, aber auch durch verbesserte Wirtschaftlichkeit.
Inzwischen waren die Konstruktionsdaten wie folgt aktualisiert worden:

(aktualisierte Konstruktionsdaten 505 x 269 Pixel )
Schließlich schlug die Stülckenwerft vor: 78000/82000PS. Bei einer Besprechung mit der Stülckenwerft am 22. April 1958 wurden die Werte einer Entwurfsgewichtsberechnung erörtert:

(Entwurfsgewichtsberechnung 505 x 458 Pixel )
Für eine 100% Zuladung ergab dieses 4552t, bei einer Berechnungsgröße von 3000t mithin 2950 ts.
Es folgten später noch weitere detaillierte Besprechungen, deren Inhalt sich hauptsächlich um die Antriebs-und E-Anlage drehten. Den Zuschlag für den Bau der neuen Zerstörer erhielt schließlich die Werft H.C.Stülcken Sohn, Hamburg. Die nur aus vier Einheiten bestehende Serie bildete nach Fertigstellung die HAMBURG-Klasse, Flottenzerstörer Klasse 101.
Typ/Schiffbau: Zerstörer ZA bis ZD, Klasse 101 ex Zerstörer 55. Nach Umbau / Umrüstung ZERSTÖRER 101 A. Gebaut nach mehrfach geänderten Entwürfen von 1955 bis 1959 mit besonderer Genehmigung der WEU vom 24. Mai 1961 (Deplacementfreigabe bis 6000 ts). Bauaufträge erteilt im August 1957, für HESSEN im Juli 1958. Baukosten je Schiff ca. 105 Mio DM (HESSEN 134 Mio DM). Stahlbau (XIV Abteilungen), Knickspant im Vorschiff, kein Bugwulst, Spiegelheck, Seitenhöhe 7,70 m. Teilweise Leichtmetallaufbauten, voller ABC-Schutz. Vermessung: 3950,86 BRT; 1319,18 NRT.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 15 bis Bild 24

(BILD Nr.: 15) Die HAMBURG D 181 während der SEF (=Ständige Einsatzgruppe Flotte) ; Bauweft H.C.Stülcken Sohn-Hamburg; Kiellegung 29.1.1959; Stapellauf 26.3.1960; Indienststellung 23.3.1964. Am 2. Februar 1963 während der Ausrüstung in der Bauwerft Gasexplosion: Verzögerung der Fertigstellung. Erste Probefahrt 19. bis 31. August 1963, zweite Probefahrt 10. bis 18. Dezember 1963, Abnahmefahrt 1. bis 13. Februar 1964. Vorläufige Abnahme in See am 12. Februar 1964. Mit Indienststellung: 2. Zerstörergeschwader. In Werftzeit 1970 erneut Gasexplosion. Vom 18. August 1975 bis 3.Juli 1976 Umbau und Umrüstung auf Fk-Systhem EXOCET. Außerdienststellung am 24.Februar 1994.
Für die ursprünglich geplanten zwölf Einheiten wurden die Namen der Bundesländer festgelegt. Zugleich sind die Namen der tatsächliche gebauten nur vier Schiffe auch Traditionsnamen der Kaiserlichen Marine, Reichs-und Kriegsmarine. HAMBURG war ein Kleiner Kreuzer, SCHLESWIG-HOLSTEIN und HESSEN gehörten zu den Linienschiffen und BAYERN war erstmals als Ausfallkorvette in Dienst, später entstand ein Großlinienschiff dieses Namens.
Wegen ihrer ungewöhnlich hohen Aufbauten (fünf Decks) erhielten die Schiffe im Marinejargon auch die Scherzbezeichnung "Hochhäuser". Die im Bug und Heck eingebauten TR sollten ursprünglich als fünfergruppe traditionsgemäß zwischen den beiden Schornsteinen Aufstellung finden. Aus Stabilitätsgründen wurde davon Abstand genommen. Folge: Einbau im Vorsteven und Heck. Zur Torpedoübernahme befand sich auf dem Achterdeck eine hydraulische Luke von 5,00 X 2,00 m und an der Bb-Seite des vorderen 100-mm-Turms ein röhrenförmiges, schräg aus dem Deck ragendes Nachladeluk. Ab 1973 wurde die TR-Ausrüstung ausgebaut.
Die Schiffe erhielten von Beginn an Schornsteinschrägkappen, wobei die der ersten beiden Einheiten etwas flacher als bei den anderen waren. Sie wurden nach und nach erhöht: Zunächst auf der HAMBURG (vorderer Schornstein), auf der SCHLESWIG-HOLSTEIN (auch der achtere Schornstein), schließlich wurde dieses bei allen nachvollzogen. Die BAYERN und HESSEN hatten von Beginn an hohe Kappen. Die HESSEN hatte von Anfang an am achteren Schornstein zwei große Luftansaugöffnungen. Die HAMBURG erhielt diese etwas später. Die beiden übrigen Schiffe wurden Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre damit ausgerüstet. Mit Beginn der 70er Jahre wurden - beginnend mit der HAMBURG - die großen Radarantennen durch neue Modelle ausgetauscht. Diese Maßnahme war 1973 soweit abgeschlossen, daß nur noch HAMBURG und SCHLESWIG-HOLSTEIN auf dem vorderen Mast die alten Antennen führten, achtern hingegen die neuen. HESSEN und BAYERN hatten vorne und achtern bereits die neuen Antennen. Ab Mitte der 60er Jahre erfolgte der Abbau des achteren Mastes, etwas später auch der achteren Waffenleitgerätes. Der ab Mitte der 70er Jahre erfolgte Umbau umfaßte: Ausbau der Heck-TR-Ausrüstung, Abbau des 100-mm-Turms C, Aufstellung von 2 X 2 FK-Startern MM 38, Aufbau von 2 X 20-rohrigen Düppelwerfern, Austausch der 40-mm-MDL 58 gegen das Modell MDL 64, Modernisierung aller Fernmeldeanlagen, Einbau einer IFF/SIF-Anlage. Zusätzlicher Aufbau von zwei UTR UJ 2, Einbau einer WLR-10-Anlage, Modernisierung aller taktischen Führungssysteme, Anpassung der OPZ an die geänderten Waffenanlagen und Ausbau der Bug-TR-Ausrüstung. Ab April 1978 erhielten alle vier Einheiten eine geschlossene Zerstörer-Brücke. Mit dem Umbau zum FK-Zerstörer erhielten sie die Klassenbezeichnung 101 A.
Nur während der Erprobungen führten die HAMBURG und SCHLESWIG-HOLSTEIN am vorderen Schornstein eine Peitschenantenne und ganz vorne auf der Brücke ein Navigationsradar. Weitere Unterschiede und Änderungen: Die Anordnung der Peilrahmen, die schräg nach oben verlaufenden Schächte an der Achterkante der Schornsteinfüße sowie Details der elektronischen Ausrüstung. Der Stand für das überhöht angeordnete M 4-Waffenleitgerät auf der Brücke war ursprünglich etwas höher. Den Heckanker führten die Schiffe nur anfangs. Die Klüse wurde schließlich dichtgesetzt. In den 70er Jahren wurden die Kesselanlagen auf die Befeuerung mit leichtem Heizöl umgerüstet. Eine Teilumrüstung auf FK-Waffensysteme war mehrmals geplant, wurde jedoch aus Kostengründen stets verworfen b.z.w. hinausgeschoben. So kam es erst ab Mitte der 70er Jahre zu einer solchen Maßnahme.
Seit der Indienststellung der Schiffe bildeten sich - wie bei der KÖLN - Klasse auch - immer wieder Risse in den Aufbauten. Trotz nachträglichem Einbau von Dehnungsfugen und Verstärkungen waren diese nicht abzustellen. Beim Umbau auf Fk wurde das C-Deck zwischen Spt. 63 und Spt. 67 geschlossen. Aus Stabilitätsgründen wurden im Bereich der Abt. IV-VI 14,86 t Bleiballast und Ballastkielplatten eingebaut. Im Herbst 1977 traten bei extrem schwerem Wetter auf der HAMBURG im Bereich der Aufbauten der Abt. VI-VIII Risse auf, und zwischen den Ballastplattenböden rissen die Schiffsbodenplatten.
Da die Schiffe aufgrund der zahlreichen Nachrüstungen, Umrüstungen und Umbauten aller Art über keine Stabilitätsreserve mehr verfügten, mußten sie aus Gründen der Leckstabilität stets mit einem vorlichen Trimm fahren (ca. 40 cm Eintauchung). Aus diesem Grunde, aber auch wegen ihres Alters - und als Folge davon laufend steigende Unterhaltskosten - wurde auf eine weitere Modifizierung in die Klasse 101 B verzichtet. Diese sah vor:
1. Einbau von zwei RAM-Startern anstelle der 100-mm-Türme B und D. Einbau auf dem vorderen Mast: 3-cm-Radar, darunter Fl 1800 passiv und aktiv, Vormars: DA 08. Navigation: Ausbau KH 14, Einbau 3 RM 20. Ausbau der UTR und dafür Einbau 2 X drei Mk 32-UTR. Veränderungen der Aufbauten vor dem vorderen Schornsteinen, oder
2. Turm B verbleibt an Bord, dafür Aufstellung der RAM-Starter in seitlicher Position, evtl. U-Jagd-Raketenwerfer von Bord, oder
3. Turm B von Bord, dafür Aufstellung weiterer vier Starter MM 38 EXOCET.
Eine Grobanalyse bis zum Jahr 2000 rechnete die Kosten für weitere Indiensthaltungen der vier Einheiten hoch. Danach beliefen sich diese für alle vier Schiffe pro Jahr auf ca. 1,2 Mio DM für SofInst, für ein Schiff pro Jahr auf ca. 7,5 Mio DM für die Zwischeninstandsetzung und für ein Schiff pro Jahr auf ca. 35 Mio DM für die Depotinstandsetzung. Diese Kostenanalyse verbot weitere Umbaumaßnahmen.
Einen großen Betrag nehmen immer wieder die apl. Instandsetzungen (SofInst) ein. Sie beliefen sich von 1972 bis 1978 auf:

(Instandsetzungen von 1972-1978  1009 x 130 Pixel )
Das waren in sieben Jahren über 6 Mio DM. Die Kosten entstanden durch Havarien und andere Ausfälle, Instandsetzungsvorhaben, die außerhalb der planmäßigen Werftliegezeiten einer Z - oder D - Instandsetzung liegen, aber notwendig sind, um die Fahr - und Einsatzbereitschaft der Schiffe zu erhalten. Das Beispiel HESSEN mag dieses unterstreichen:

(Instandsetzungen am Beispiel des Zerstörers Hessen  998 x 530 Pixel )

In der Werftliegezeit 1985/86 erhielt die HAMBURG neue Schornsteinmäntel und einen neuen Gefechtsmast. Die Kessel wurden teilweise neu berohrt. Ab 1988 sind auf HAMBURG und SCHLESWIG-HOLSTEIN zeitweise nur noch zwei Kessel in Betrieb. Im Verlauf ihrer letzten Werftliegezeit erhielt die SCHLESWIG-HOLSTEIN ebenfalls zwei neue Schornsteinmäntel und bis auf die Untertrommeln auch neue Kessel. Auch die BAYERN und HESSEN haben bzw. hatten zeitweise nur noch einen Zweikesselbetrieb.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 15 bis Bild 24


(BILD Nr.: 17) Das letzte Aussehen der HAMBURG D 181 mit Zerstörerbrücke im April 1978; Maschinenanlage: Zwei Satz WAHODAG-Getriebeturbinen mit je 34 000 PS/25024 kW, 350 u/min/Welle. Vier WAHODAG-Hochdruck-Heißdampf - Wasserrohrkessel (Doppelender) mit natürlichem Umlauf und Askania-Regelung (Betriebsdruck 59 atü, Dampftemperatur 465 Grad Celsius, Dampfleistung 70 t/h), Anordnung in zwei Kraftwerken. E-Anlage: Sechs Dieselgeneratoren mit je 950 PS/700 kW/750 kVA, zwei Dieselgeneratoren mit je 620 PS/460 kW/450 kVA. Anfänglich zwei dreiflügelige Schrauben, endgültig zwei fünfflügelige Schrauben mit je 3,50 m Durchmesser (Schleswig-Holstein 3,40 m durchmesser). Zwei Ruder.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 15 bis Bild 24


(BILD Nr.: 30) Zerstörer HAMBURG D 181 im April 1981 auslaufend Wilhelmshaven.
Alles weitere über diese ZERSTÖRER siehe Textbeiträge Bild 15 bis Bild 24


Zerstörer der Deutschen Marine Teil II: SCHLESWIG - HOLSTEIN(D182); BAYERN (D183); HESSEN(D184) ; MÖLDERS (D186); LÜTJENS (D185)

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